Erinnerung an den 8. Juli 1994. Im Berliner ZEIT-Büro treffen sich Helmut Schmidt, Marion Gräfin Dönhoff und Richard von Weizsäcker. Die drei bundesdeutschen Zeugen des Jahrhunderts planen ein Gespräch zum 50. Jahrestag des Putschversuchs gegen Hitler am 20. Juli 1944. Rasch geht es um den Holocaust. Die Gräfin erklärt, von Auschwitz habe sie erst nach dem Krieg erfahren. Der Altkanzler, von 1937 bis 1945 Soldat, wähnte sich bei der Wehrmacht »in einem Refugium«, »im einzigen anständigen Verein des Dritten Reichs«. Nie habe ein militärischer Vorgesetzter versucht, ihm Naziideologie einzuträufeln. Das sei passiver Widerstand gewesen.