Kornwestheim: Zu kurz und zu gefährlich: ACE untersuchte B27-Auffahrt Die Auffahrt auf die B27 gestaltet sich in Kornwestheim-Mitte schwierig. Foto: ACE

Zu häufig kommt es an einer B27-Auffahrt in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) zu brenzligen Situationen. Das hat der ACE anhand einer Erhebung festgehalten. Abhilfe ist nicht in Sicht.

Wer von der Kornwestheimer Theodor-Heuss-Straße in Richtung Ludwigsburg auf die B27 auffährt, kennt das Problem: Die Auffahrtspur der Anschlussstelle Kornwestheim-Mitte ist viel zu kurz und es kommt schnell zu brenzligen Situation.

Beim Auffahren ist man deshalb häufig auf die Rücksichtnahme der Autos auf der Bundesstraße angewiesen, um einen Unfall zu vermeiden. Der ACE hat die Gefährlichkeit der Stelle nun dokumentiert und wird bald in größerem Rahmen darauf hinweisen.

Mit der Aktion „Gefahrenstelle Auffahrt? – Sicher auf die Fernstraße“ nimmt der ACE in diesem Jahr generell das Auffahren auf Autobahnen, Kraftfahrstraßen und Bundesstraßen in den Blick. Bis zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni schauen sich 700 Ehrenamtliche deshalb bundesweit Risiken, Fahrfehler und Gefährdungen bei Auffahrten genauer an und dokumentieren die Probleme.

In Kornwestheim hat sich der ACE die B27-Auffahrt Richtung Ludwigsburg genauer angeschaut. Eine halbe Stunde an einem Nachmittag war Elias Schempf, Regionalbeauftragter Club und Ehrenamt beim ACE, selbst vor Ort. Von 111 auffahrenden Autos haben 32 Fehler gemacht, zum Beispiel durch unterlassenes Blinken. Oft war die Auffahrt nur nach einem Halt möglich. Schempf sieht die Ursache dabei gar nicht bei den Fahrern, sondern bei der baulichen Gestaltung der Auffahrtspur.

Elias Schempf vom ACE hat sich die Auffahrt in Kornwestheim genau angeschaut. Foto: Markus Bachmann/www.kombinat-augenzeuge.de

Sein Fazit: Die Spur ist zu kurz für eine sichere Auffahrt. „Einmal ist ein Auto auf der Spur sogar rückwärts gefahren, um Schwung zu holen“, sagt Schempf. Ein anderes Mal musste auf der Fahrbahn angehalten werden, um eine Kollision zu vermeiden.

Ernüchterndes Zwischenfazit

Noch kann Schempf nichts dazu sagen, wie die Kornwestheimer Auffahrt im regionalen Vergleich abschneidet. Die Ehrenamtlichen sind noch bis Juni unterwegs, um sich Problemstellen genauer anzuschauen. Gut fällt das erste Zwischenfazit aber nicht aus. Dass sich der ACE genau diese Auffahrt angeschaut hat, hat mehrere Gründe.

Über seine Mitglieder hat der ACE Hinweise zu besonders gefährlichen Stellen erhalten. Das alleine reicht aber noch nicht, um begutachtet zu werden. „Wir müssen auch eine Möglichkeit haben, die komplette Auffahrt einzusehen, ohne dabei selbst gefährdet zu werden“, erklärt Schempf. Das sei durch die Brücke über die B27 an dieser Stelle möglich.

Behörde sucht nach Lösung

Was gegen die Probleme getan werden kann? Langfristig hilft laut Schempf nur eine bauliche Veränderung der Auffahrtspur. Dem Regierungspräsidium in Stuttgart sind die Probleme bekannt. Es betreffe neben der Anschlussstelle Kornwestheim-Mitte auch die Anschlussstelle Ludwigsburg-Süd.

„Beide Anschlussstellen sind auffällig und werden daher gerade untersucht und beplant“, teilt eine Sprecherin des RP mit. Während die Ein- und Ausfahrtspuren Ludwigsburg-Süd in diesem Sommer optimiert werden sollen, sei man bei der Anschlussstelle Kornwestheim-Mitte noch in den planerischen Anfängen.

Problematisch ist dort, dass direkt nach der Auffahrt eine Fuß- und Radwegbrücke die B27 kreuzt und die Brückenpfeiler sehr nah an der Fahrbahn stehen. Eine schnelle bauliche Lösung des Problems ist deshalb erst einmal nicht in Sicht.