Wetterphänomen in Hamburg
Eisheilige: Experte gibt Tipps für Gärtner
Aktualisiert am 26.04.2026 – 16:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Blumen im Frost (Symbolbild): Traditionell treten die Eisheiligen Mitte Mai auf. (Quelle: Imago/Beautiful Sports)
Mitte Mai droht traditionell noch einmal Kälte. Meteorologe Dominik Jung erklärt, was hinter den Eisheiligen steckt und worauf Hobbygärtner jetzt achten sollten.
Die Eisheiligen kommen – oder doch nicht? Nicht nur der Name des mystischen Wetterphänomens hat es in sich, sondern vor allem die Auswirkungen: Die sogenannte Witterungssingularität kann angebautes Obst und Gemüse zerstören und zu flächendeckenden Ernteausfällen führen.
Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt der Hamburg-Redaktion von t-online, was sich hinter dem Begriff verbirgt, ob in diesem Jahr mit den Eisheiligen in Hamburg zu rechnen ist und worauf Landwirte und Hobbygärtner jetzt achten sollen.
Die Eisheiligen gelten als wiederkehrendes Wettermuster und als klassische Kältephase im Mai. Das Festland erwärmt sich im Frühjahr deutlich schneller als die umliegenden Meere: „Diese Temperaturunterschiede begünstigten die Bildung kräftiger Tiefdruckgebiete, die auf ihrer Rückseite arktische oder subpolare Kaltluftmassen weit nach Mitteleuropa transportieren“, erklärt Jung.
Traditionell sind die Eisheiligen an die fünf katholischen Gedenktage vom 11. bis 15. Mai gebunden. In Hamburg spielt jedoch vor allem der Beginn dieser Phase eine Rolle. „Im Norden zählen meteorologisch nur die drei ersten Tage (11. bis 13. Mai), weil die Kaltluft von Norden kommt und den Süden erst mit ein bis zwei Tagen Verzögerung erreicht“, so Jung.
Wie stark die Eisheiligen in diesem Jahr tatsächlich ausfallen, ist derzeit noch unsicher – ein klassischer Kälteeinbruch gilt aber als eher unwahrscheinlich. Nach aktuellen Prognosen überwiegen laut Jung mildere Temperaturen.
Möglich sei allerdings, dass sich kühlere Luft bereits früher zeigt und damit „vorgezogene Eisheilige“ auftreten. Verlässliche Aussagen seien erst wenige Tage vor dem Zeitraum möglich.
Durch den Klimawandel habe sich das Phänomen spürbar verändert. „Die Häufigkeit der Eisheiligen geht zurück“, sagt Jung. Gleichzeitig steigen jedoch die möglichen Schäden, wenn es doch noch einmal kalt wird. Pflanzen entwickeln sich heute früher – und sind dadurch anfälliger, erklärt Jung.
„Wir haben es also mit einem Phänomen zu tun, das seltener, aber bei Eintreten potenziell zerstörerischer wird.“ Vor allem Obstblüten reagieren empfindlich: Schon Temperaturen knapp unter null Grad können erhebliche Schäden verursachen.
