Enttäuschte Stuttgarter nach dem Unentschieden gegen den SV Werder Bremen. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Das 1:1 gegen den SV Werder Bremen darf den VfB Stuttgart nicht lange beschäftigen, kommentiert unser Reporter Dirk Preiß. Denn: Jetzt geht es um große Ziele.
1:1 gegen den SV Werder Bremen? Klingt schwer nach Enttäuschung. Und ein Blick auf die Fakten kann ein solches Gefühl auch bestätigen. Durch das Remis gegen die Nordlichter ist für den VfB Stuttgart der Kontakt zu Rang drei in der Bundesliga abgerissen. Das Rennen um Platz vier ist enger geworden. Und überhaupt: Wenn der Vierte gegen den 14. antritt, sollte zuhause doch wohl ein Sieg herausspringen.
Alles richtig. Und dennoch gibt es auch gute Gründe, warum man beim VfB sich wegen des Unentschiedens gegen den SV Werder nicht lange grämen muss. Denn: Dass es nach dem körperlich und emotional intensiven Erlebnis vom Donnerstag schwer werden würde, nach nur zweieinhalb Tagen Pause wieder voll aufgeladene Akkus zu haben, war absehbar. Trotz der sechs Wechsel in der Startformation.
Es war am Sonntag von allem ein bisschen zu wenig. Und so gab es nach der Bremer Führung zwar den Ausgleich durch Ermedin Demirovic, nicht aber den Siegtreffer gegen defensiv recht stabile Bremer. Was es aber gab: einen klaren Auftrag.
Den formulierte unter anderem Fabian Wohlgemuth. Der Sportvorstand versprach, man werde nun „alles dafür tun“, den vierten Tabellenrang zu verteidigen. Möglich ist das in den verbleibenden drei Saisonspielen – und zweimal gegen die direkte Konkurrenz aus Hoffenheim und Leverkusen. Drei Spiele, dazu das Pokalfinale – und immer jeweils eine ruhige Woche, um sich darauf vorzubereiten. Trainer und Team haben also alle Möglichkeiten, ihre Qualitäten noch einmal voll und ganz zu aktivieren.
Deshalb bleibt das 1:1 gegen den SV Werder Bremen zwar ärgerlich. Folgt nun aber darauf die richtige Reaktion, ist es am Ende nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfleck – auf dem Gewand eines Königsklassenclubs.