Da am 25. April „Weltpinguintag“ ist, hatte der grüne Zoo Wuppertal für Sonntag bei bestem Wetter zum eigenen Aktionstag eingeladen. Neben kommentierten Fütterungen und einem Blick hinter die Kulissen gab es Informationen, wie man den bedrohten Arten helfen kann.
„Das war schon immer mein Traumberuf – gerade hier in Wuppertal, dem Zoo meiner Kindheit.”. Ruben Hesse ist als ausgebildeter Zoopfleger im grünen Zoo Wuppertal unter anderem für die Pinguine verantwortlich. Heute, am Pinguintag, versorgt er das Publikum mit wertvollen Informationen, während seine beiden Kollegen hinter der großen Glasscheibe die Esels- und Königspinguine füttern.
An einem Sonntag bei bestem Wetter finden generell viele Familien den Weg in den Zoo, um zusammen die Tierwelt zu erkunden. Eine ideale Gelegenheit, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass die süßen Pinguine unsere Hilfe brauchen. „Wir haben neben den Fütterungen auch Infostände aufgebaut, an denen wir Spenden sammeln. Der gesamte Erlös des Aktionstages kommt der südafrikanischen Organisation SANCCOB zugute, da diese sich seit vielen Jahren für den Schutz von Küstenvögeln, insbesondere der vom Aussterben bedrohten Brillenpinguine engagiert. Außerdem unterstützen wir den Antarctic Research Trust (ART), der unbewohnte Flächen kauft und zu Naturschutzgebieten macht, damit Pinguine dort in Ruhe leben und brüten können.”
Brillenpinguine sind
vom Aussterben bedroht
Während Esels- und Königspinguine zu den bedrohten Tierarten zählen, sind die Brillenpinguine sogar vom Aussterben bedroht. Ruben kennt die Zahlen und die Ursachen. „Mit einem Bestandsrückgang von über 80 Prozent in den letzten drei Jahrzehnten wurden im Jahr 2024 nur noch etwa 8600 Brutpaare gezählt. Durch den Klimawandel verringert sich der Lebensraum der Tiere und wegen der Überfischung der Meere für den menschlichen Verzehr müssen Pinguine weiter raus schwimmen, um an Nahrung zu gelangen. Das ist nicht nur viel anstrengender, sondern wegen der vielen natürlichen Feinde auch wesentlich gefährlicher. Manche Pinguine geraten als Beifang in Fischernetze und manchmal fließt Öl aus Fischkuttern direkt ins Meer.” Der Zoo Wuppertal hat selbst 19 Königs-, 24 Esels- und 33 Brillenpinguine und ist der einzige Tierpark in Deutschland mit einem Tunnel, von dem aus man Königspinguine unter Wasser beobachten kann. Überhaupt kann man in ganz NRW nur hier in Wuppertal Königspinguine erleben. Dass mit dem Pinguintag das Schöne mit dem Nützlichen verbunden wird, ist folgerichtig.
Sophia und Helen (beide 13) feiern mit Freundinnen im Zoo Geburtstag. Gerade Sophia entpuppt sich als Pinguin-Fan seit frühen Kindheitstagen. „Ich habe zu Weihnachten mal einen Kuschelpinguin geschenkt bekommen und von da an war es um mich geschehen. Ich war vor ein paar Jahren schon mal mit meiner Schulklasse hier im Zoo und bin heute endlich zum zweiten Mal da. Auf die Pinguine habe ich mich natürlich am meisten gefreut”, sagt Sophia mit glänzenden Augen. Helen geht es da nicht anders. „Ich finde Pinguine einfach total süß – besonders, wenn sie geboren werden. Ich war mal mit meiner Oma hier im Zoo und da haben wir gesehen, wie ein Pinguin-Baby unter seiner Mutter saß und den Schnabel zum ersten Mal heraus streckte. Uns wurde gesagt, dass das etwas ganz Besonderes sei, was man nicht oft miterlebt. Seitdem mag ich Pinguine einfach am liebsten.” Die Freundinnen haben sich schon die Infostände angesehen und auch dort etwas Besonderes erlebt, wie Helen erzählt. „Wir haben bei einem Spiel mitgemacht und jetzt dürfen wir den Pinguinen gleich selber einen Fisch geben. Das wird bestimmt total spannend.”
Spaß und Informationen stehen auch an den kommenden Aktionstagen im Zoo auf dem Programm, das man auf der Website unter dem Punkt „Veranstaltungen” einsehen kann. So findet am 23. Mai zum Beispiel der Aktionstag „Natur-, Arten- und Klimaschutz” und am 31. Mai der „Ara-Tag” statt.