Wal-Drama in der Ostsee im Newsblog

Timmy kann unter Wasser nicht geortet werden

Aktualisiert am 27.04.2026 – 09:59 UhrLesedauer: 13 Min.

Der gestrandete Buckelwal ist umgeben von Sandsäcken.Vergrößern des Bildes

Der gestrandete Buckelwal: Wie Till Backhaus erklärt, funktioniert der Peilsender nicht unter Wasser. (Quelle: Philip Dulian/dpa)

Er lebt noch: Wal Timmy liegt weiter vor der Insel Poel im flachen Wasser der Ostsee. Die neue Idee der Retter: Der zwölf Tonnen schweren Buckelwal soll mit einer Art Lastkahn in die Nordsee transportiert werden. Alle Entwicklungen im Newsblog.

10.03 Uhr: Der Walforscher Fabian Ritter hat im ZDF-Morgenmagazin seine Kritik an der Rettungsaktion wiederholt. Er erklärte: „Der Zustand des Wales ist nach wie vor auch prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät, mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden.“

Auch den möglichen Transport in einem Lastkahn sieht Ritter kritisch. Das Tier würde unter der starken Lautstärke sehr leiden.

9.54 Uhr: Wie die „Bild“ berichtet, gibt der gestrandete Buckelwal schon seit Tagen keine lauten Rufe mehr von sich. Die Tierärztin Dr. Kristin Tönnies gibt im Gespräch mit der Zeitung eine mögliche Erklärung – sie mutmaßt: „Vielleicht ist er depressiv.“

8.22 Uhr: Die Barge, in der Buckelwal Timmy nach dem neuen Rettungsplan in die Nordsee transportiert werden soll, wurde inzwischen an an den Schlepper „Robin Hood“ übergeben. Laut aktueller Prognose soll sie die Barge bis 18 Uhr in Wismar eintreffen.

7.17 Uhr: Das Helfer-Team hat an dem Buckelwal einen Tracker befestigt. Allerdings gibt es mit dem Peilsender ein Problem: Wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz am Wochenende einräumt, funktioniert der Tracker nur über Wasser. Falls der Buckelwal losschwimmt und abtaucht, kann er also nicht mehr geortet werden. Auch wenn das Tier ertrinken würde und auf den Grund sinken, lasse sich seine Position nicht bestimmen.

00.15 Uhr: Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel bei Wismar gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn, der den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen soll, erreichte auf seinem Weg in die Wismarbucht bis zum späten Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot „Hans“ geschoben kam die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel an.