Angst vor Strafverfolgung
Orbáns Verbündete schaffen ihre Vermögen ins Ausland
Aktualisiert am 27.04.2026 – 08:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Viktor Orbán, Ungarns abgewählter Ministerpräsident: Mehrere Oligarchen sollen ihr Geld bereits aus Ungarn herausgeschafft haben. (Quelle: Michael Kappeler)
Nach Orbáns Wahlniederlage sollen die ersten Oligarchen ihr Vermögen ins Ausland schaffen. Péter Magyar erhebt schwere Vorwürfe gegen Orbáns Verbündete.
Nach dem überraschend deutlichen Wahlsieg der ungarischen Tisza-Partei und ihres Vorsitzenden Péter Magyar steht das Land vor einem politischen Umbruch. 16 Jahre lang regierte Viktor Orbán als Ministerpräsident das Land. Seine Verbündeten sollen in dieser Zeit durch Korruption und Vetternwirtschaft viel Geld verdient haben. Zwei Wochen nach der Wahl mehren sich Berichte, wonach Personen aus dem Umfeld Viktor Orbáns ihre Vermögen ins Ausland verlagern und ihre Ausreise vorbereiten.
Wie die britische Zeitung „Guardian“ unter Berufung auf mehrere Quellen schreibt, sollen Privatjets mit Vermögenswerten aus dem Umfeld der bisherigen Machtelite von Wien aus gestartet sein. Demnach versuchen einige Oligarchen, ihr Kapital in Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien oder Oman zu transferieren. Andere sollen Investitionen in Australien oder Singapur prüfen.
Auch unabhängige ungarische Medien wie das Rechercheportal „Vsquare“ und das Nachrichtenportal „444“ berichteten zuletzt über ähnliche Vorgänge. Demnach könnten Personen aus dem Umfeld der Regierungspartei Fidesz versuchen, ihr Vermögen vor möglichen staatlichen Zugriffen zu sichern.
Der Oppositionspolitiker Péter Magyar, dessen Tisza-Partei die Wahl klar gewann, erhob in den vergangenen Tagen schwere Vorwürfe. In einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X erklärte er, mit Orbán verbundene Oligarchen würden „Milliardenbeträge“ ins Ausland transferieren, um sich einer möglichen Strafverfolgung zu entziehen. Zudem forderte er die Behörden auf, Verdächtige an einer Ausreise zu hindern und mögliche Straftaten zu verfolgen.
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Magyar zufolge sollen auch Angehörige einflussreicher Unternehmerfamilien das Land verlassen haben oder dies planen. Diese Angaben ließen sich bislang nicht unabhängig überprüfen.
Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2010 hatte Orbán mit seiner Partei Fidesz das politische System Ungarns maßgeblich geprägt. Kritiker werfen seiner Regierung vor, ein Netzwerk wirtschaftlicher Abhängigkeiten aufgebaut zu haben, von dem ein enger Kreis von Vertrauten profitiert habe. Dazu zählt unter anderem der Unternehmer Lőrinc Mészáros, der reichste Mann des Landes.
