Der HSV Überruhr hat eine außergewöhnliche Oberliga-Saison mit dem verdienten Aufstieg in die Regionalliga gekrönt. Mit 46:0 Punkten marschierte das Team ohne einen einzigen Verlustpunkt durch die Spielzeit – eine Bilanz, die die Dominanz der Essener Handballerinnen unterstreicht.

Der entscheidende Schritt gelang ihnen jetzt mit einem 34:22-Auswärtssieg beim SV Straelen.. „Wir sind sehr nervös ins Spiel gestartet, das hat sich durch die ganze Woche gezogen“, blickt Trainerin Sinje Weisz zurück. Erst nach rund 15 Minuten fand Überruhr besser ins Spiel, stabilisierte sich defensiv und setzte sich zunehmend ab. In der zweiten Halbzeit konnte das Team befreit aufspielen und den Vorsprung souverän verwalten.

Essener Handballerinnen krönen Saison in Straelen: Fans reisen mit Bus an

Für besondere Atmosphäre in Straelen sorgten die aus Essen mitgereisten Fans, die mit einem vom Verein organisierten Bus kamen. „Wir werden diesen Tag nie vergessen“, freut sich Sinje Weisz, die auch das faire Verhalten der Gastgeberinnen lobte.

Essen Handball: HSV Überruhr gegen Turnerschaft St. Tönis

Sinje Weisz, Trainerin vom HSV Überruhr.
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Weisz und ihr Trainerteam hatten sich für diese Saison eine klare Linie vorgenommen, auf intensive und fordernde Trainingseinheiten ab der Vorbereitung gesetzt. Und das ging auf. „Die Mädels gehen alles mit, was ich verlange: Intervalle, hochintensives Tempotraining, alle ziehen das voll durch“, sagt Weisz. Der Plan war klar: eine aggressive, kompakte Deckung als Fundament und daraus schnelles Umschaltspiel.

Vor allem defensiv ein Erfolgsrezept dieser Saison in Überruhr. Im Schnitt kassierten die HSV-Frauen nur 22 Gegentore pro Partie –Spitzenwert in der Liga. „Mit der Deckung bin ich extrem zufrieden, das ist zu 100 Prozent aufgegangen.“ Auch im Tempospiel ist eine klare Entwicklung erkennbar: „Die Mannschaft verinnerlicht immer mehr, sofort nach vorne zu schauen und zu laufen.“

Handball in Essen: So planen die Frauen vom HSV Überruhr für die Nordrheinliga

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg scheint die Kaderbreite zu sein. „Wenn eine nicht mehr kann, kommt die nächste rein. Das Niveau bleibt hoch“, beschreibt Weisz die Strategie, um über die 60 Minuten volles Tempo gehen zu können. Ebenso hebt sie den Zusammenhalt des Teams hervor, die viele gemeinsamen Momente – auch abseits der Halle. „Das hat eine enorme Auswirkung auf unseren Teamgeist. Gerade in engen Spielen hilft uns das, solche Partien für uns zu entscheiden“, so die Trainerin.

Mit dem Aufstieg richtet sich der Blick nun in die Zukunft. In der kommenden Saison wartet die Nordrheinliga und damit eine deutlich größere sportliche Herausforderung. Der Kader bleibt im Kern zusammen, wird jedoch punktuell verstärkt: Für beide Außenpositionen sollen jeweils eine Spielerin hinzukommen, zudem kehrt mit Amelie Polutta eine erfahrene Akteurin aus der dritten Liga von Wülfrath nach Essen-Überruhr zurück. Auch im Tor sei ein Zugang geplant.

Organisatorisch kommen keine großen Veränderungen auf den Verein zu. Zwar steigen die Schiedsrichterkosten, darüber hinaus entstehen jedoch keine größeren finanziellen Mehraufwände, da weiterhin keine Gehälter gezahlt werden. Für die Spielerinnen selbst bedeutet die neue Liga allerdings mehr Aufwand, vor allem durch längere Auswärtsfahrten. Nach einer perfekten Saison steht der HSV Überruhr nun also vor dem nächsten Schritt.