Eine Praktikantin soll „aus Spaß“ an eine Heizung gefesselt worden sein, Mitarbeiter sollen eine weibliche Führungskraft bedrängt haben, es soll übergriffiges Verhalten auf einer Weihnachtsfeier gegeben haben. Die einzelnen Vorwürfe, die mehrere Insider gegen das Bochumer Ordnungsamt in Berichten der „Funke Mediengruppe“ gemacht haben, wiegen schwer. Zusammengefasst geht es unter anderem um mutmaßliche sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Machtmissbrauch.
Die Stadt Bochum teilte auf Anfrage unsere Redaktion mit, dass nach Kenntnisstand der Stadt keine Anhaltspunkte für strukturelle oder systemische Probleme im Ordnungs- und Veterinäramt vorlägen. „Jeder uns bekannte Fall wurde konkret bewertet und entsprechende individuelle Konsequenzen oder organisatorische Veränderungen wurden gezogen. Die individuellen Konsequenzen reichten bis zur Entfernung aus dem Dienst“, so die Stadt Bochum in einer schriftlichen Mitteilung.
Man nehme die Vorwürfe sehr ernst. Oberbürgermeister Jörg Lukat habe nach Rücksprache mit dem Stadtdirektor unverzüglich am 20. April 2026 eine Sonderprüfung zu neu aufgekommenen strukturellen Vorwürfen beauftragt. Gespräche mit den Mitarbeitenden hätten zeitnah stattgefunden.
„Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, dass die Stadt Bochum großen Wert auf klare Regeln, funktionierende Kontrollmechanismen und eine konsequente Bearbeitung von Hinweisen legt, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen“, heißt es weiter von der Stadt Bochum. Dabei habe die Stadt eine klare Haltung: „Übergriffiges oder belästigendes Verhalten wird nicht toleriert“, heißt es.
Die „Funke Mediengruppe“ hatte für die Berichte nach eigenen Angaben unter anderem mit mehreren aktuellen und ehemaligen Beschäftigten des Ordnungsamtes unter Wahrung der Anonymität gesprochen. Unter Berufung auf mehrere aktuelle und ehemalige Beschäftigte wurde über wiederholtes Fehlverhalten von Mitarbeitern der Behörde berichtet.