Stand: 27.04.2026 16:25 Uhr

Nachdem das Deutsche Schauspielhaus mit „Anthropolis“ einen Nerv beim Publikum getroffen hatte, setzt Intendantin Karin Beier erneut auf antike Mythen und Sagen. „Fremde Sonne. Die Argonauten. Iason. Medea“ lockt zudem mit Starbesetzung.

„Ich könnte auch für die nächsten zehn Jahre nur Griechen-Großprojekte machen. Es gibt so tolle Stoffe“, begründet Beier ihre Entscheidung. Im Zentrum der mehrteiligen Produktion steht die Fahrt der sogenannten Argonauten zur Eroberung des Goldenen Vlieses und damit auch das Phänomen Medea. Die Texte für den Zyklus hat Roland Schimmelpfennig entwickelt oder in eine zeitgenössische Sprache übertragen.

Lina Beckmann, Devid Striesow und Bjarne Mädel

Das Goldene Vlies beziehungsweise die fremde Sonne gilt gewissermaßen als Lösung für alle Probleme. Die Reise auf dem Schiff „Argo“ wird zur Fahrt in den Untergang und dank Medea – Königstochter und spätere Frau des Helden – kommt das Vlies doch noch nach Griechenland:

Dieser Aufbruch, dieser Auftrag, diese Reise, diese Fahrt führt nicht ins Ungewisse. Sie führt aus der Dunkelheit in den Tag. In das Licht.

Zitat aus „Fremde Sonne“

„Ich will schon, dass das, was wir machen, auf gesellschaftskritischer oder politischer Ebene Relevanz hat. Auch wenn das altmodisch ist“, erklärt Beier. Ihr neuer Zyklus bietet großartig besetztes Schauspiel und packendes, aktuelles Theater: Mit Lina Beckmann, Bjarne Mädel und Devid Striesow.

Vier Premieren von September bis Februar

Die sechs Teile des Zyklus‘ werden den Theater-Angaben zufolge seit mehr als zwei Jahren vorbereitet und ab Herbst in vier Premieren aufgeführt: Los geht es am 26. September mit Teil I („Prolog: Der goldene Widder“https://www.ndr.de/“Zwischenspiel: Zentaur, Höhle, Baum und Balken“https://www.ndr.de/“Die Argonauten: Auftrag, Aufbruch und Irrfahrt“). Die Teile II („Medea in Kolchis“) und III („Medea in Korinth“) folgen am 27. September. Den Abschluss bildet Teil IV mit „Medea in Athen: Der gefundene Sohn“ am 6. Februar 2027.

Eine Frau mit hochgesteckten Haaren hält eine Dankesrede für ihren Preis (Lina Beckmann im Ernst-Deutsch Theater)

Die Gala zu Ehren der Schauspielerin in Hamburg geriet zu einer Art intimen Familienfeier – mit Schwester Maja Beckmann und Ehemann Charly Hübner.

Karin Beier vor einer grünen Wand mit der Aufschrift "Deutsches Schauspielhaus Hamburg"

Die Hamburger Schauspielhaus-Intendantin spricht über Auszeichnungen, Lina Beckmann und darüber, warum antike Stoffe aktuell sind.

Eine Frau blutverschmiert auf einer Bühne.

Die Branchenzeitschrift „Theater heute“ würdigte vor allem die Antikenserie „Anthropolis“ in Hamburg. Lina Beckmann wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet.