Schütze bereits verurteilt
Hochzeitsmord in Fürth: Die ganze Familie steht vor Gericht
28.04.2026 – 08:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der Tat floh der Verdächtige nach Frankreich, stellte sich dort aber der Polizei. (Archivbild) (Quelle: —/dpa/dpa-bilder)
Am Landgericht Nürnberg beginnt der zweite Prozess um den Mordfall auf einer Hochzeitsfeier in Fürth. Vater und Söhne sollen die Tat gemeinsam geplant haben.
Die juristische Aufarbeitung des Hochzeitsmords von Fürth geht in die nächste Runde: Nun müssen sich der Vater und die beiden Brüder des bereits verurteilten Schützen vor Gericht verantworten. Das Landgericht Nürnberg hat den Prozess gegen einen 55-jährigen Franzosen und dessen Söhne eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen Mord vor.
Das Landgericht hatte den 27-jährigen Schützen Mitte März wegen Mordes am Vater seiner früheren Lebensgefährtin verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig – die Verteidigung hat Revision eingelegt. Der Schütze hatte die Tat vor Gericht eingeräumt.
Den Ermittlungen zufolge sollen der Vater und seine Söhne die Tat gemeinsam mit dem Schützen geplant und ausgeführt haben. Mit zwei Autos sollen alle vier von Frankreich nach Fürth gefahren sein und gemeinsam den Festsaal betreten haben. Auf ein Kopfnicken des Vaters hin soll der Schütze auf das Opfer gefeuert haben. Die Brüder sollen seinen Rückzug aus der Halle mit einem Messer abgesichert haben.
Als Motiv hatte die Kammer im ersten Prozess einen Streit zwischen den beiden Familien festgestellt. Ausgelöst habe ihn die Trennung der jungen Frau von dem heute 27-Jährigen und ihre Rückkehr nach Deutschland. Es sei um verletzte Familienehre und Unterhaltszahlungen für zwei Kinder gegangen.
Ein nicht-staatliches Roma-Gericht in Frankreich soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft festgelegt haben, dass die Familie der Frau 40.000 Euro zahlen solle. Die Familie der Frau habe sich geweigert. Per Telefon und über Facebook soll die Familie der Angeklagten sie daraufhin wiederholt bedroht haben.
Nach der Tat flohen alle Beteiligten nach Frankreich. Der Schütze stellte sich noch in der Tatnacht der Polizei. Sein Vater und seine Brüder wurden einige Monate später festgenommen. Gegen alle drei läuft das Verfahren wegen gemeinschaftlichen Mordes.
