Fahrradhelm hängt an einem Fahrradlenker.

AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 27.04.2026 (2 Min)

Stand: 28.04.2026 07:48 Uhr

„Zweiräder im Blick“ – unter diesem Motto kontrollieren heute in Schleswig-Holstein hunderte Polizeibeamte Fahrerinnen und Fahrer von Motorrädern, E-Scootern, Fahrrädern sowie Pedelecs.

von Robert Bittig

Gerade in Zeiten von hohen Spritpreisen und dem langsam schöner werdenden Wetter lassen immer mehr Menschen auch in Schleswig-Holstein ihr Auto stehen – und steigen auf das Zweirad um. Egal ob Motorrad, Pedelec, E-Scooter oder ganz klassisch das Fahrrad, sich mithilfe von nur zwei Rädern fortzubewegen wird immer beliebter. Laut Polizei aber auch immer gefährlicher.

Demnach sind die Unfall- und Verletztenzahlen in Schleswig-Holstein zwar 2025 leicht gesunken. Doch gleichzeitig kamen 94 Menschen ums Leben, das sind acht Todesfälle mehr als im Jahr zuvor. Um die Fahrerinnen und Fahrer von Zweirädern stärker für die Gefahren zu sensibilisieren, soll es heute einen landesweiten Kontrolltag der Landespolizei geben. Das Motto lautet „Zweiräder im Blick“.

„Wenn wir nun an Fahrradfahrer denken, oder damit meine ich dann in dem Fall auch Pedelec-Fahrer, also mit E-Motor-Unterstützung, genauso wie auch mit E-Scootern, da sind klassische Verstöße, die wir feststellen, die Benutzung der falschen Straßenseite, Kopfhörer hören mit zu lauter Lautstärke, dass man nichts mehr außen herum wahrnimmt, oder auch die Handynutzung und Rotlichtverstöße gibt es natürlich auch nach wie vor.“

Jan Winkler, Landespolizeiamt (LPA)

Kontrollen in ländlichen Regionen und Städten

Laut Landespolizeiamt werden rund 300 Beamte von morgens bis abends in ganz Schleswig-Holstein Zweiradfahrer kontrollieren. Schwerpunkte der Kontrollen sind neben ländlichen Regionen auch Städte wie Flensburg, Itzehoe, Rendsburg und Kiel. Allein in der Landeshauptstadt sind drei Kontrollstellen geplant.

ADAC SH mahnt, einen Helm aufzusetzen

Für Rainer Pregla, Sp des ADAC Schleswig-Holstein, kommt der Aktionstag gerade zur rechten Zeit. Besonders Kiel bezeichnet der Verkehrsexperte als Pedelec-Hauptstadt, doch gerade die Senioren unterschätzten die Gefahr, sagt Pregla. Bei Unfällen mit Pedelecs von Senioren stieg laut ihm die Zahl der Verletzten auf 163 an. Das sei eine Steigerung von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und leider sind die Verletzungsfolgen gravierend, Frakturen, vor allem Kopfverletzungen. Und da kommt ein weiterer Punkt ins Gespräch – nämlich die Helmnutzung. Viele Senioren verzichten darauf, und dann sind die Verletzungsfolgen gravierend und schwer.“

Rainer Pregla, Pressesprecher ADAC Schleswig-Holstein

Wer angehalten und kontrolliert wird, muss neben der Frage nach der Helmnutzung noch mit weiteren Fragen rechnen: Sind die Reflektoren in Ordnung? Oder wurde auf der richtigen Seite gefahren? Hintergrund der Kontrollen ist der bundesweite Aktionstag „sicher.mobil.leben“.

Ein ADAC-Fahrexperte steht neben einem Motorradfahrer, der auf einem Motorrad sitzt.

Die Anzahl der Motorradunfälle ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Welche Rolle spielt dabei das Alter der Fahrer?

Fahrradhelm hängt an einem Fahrradlenker.

Die Unfälle im Radverkehr in Schleswig-Holstein nehmen zu. Schwere Kopfverletzungen lassen sich mit einem Helm oft vermeiden.

Ein Junge sitzt im Auto in einem Kindersitz auf der Autorückbank.

Im Jahr 2025 hat es mehr Verkehrstote gegeben als im Vorjahr. Innenministerin Finke ist alamiert, dass so viele Kinder verletzt werden.

Mehrere Fahrradfahrende auf Sylt.

Dafür lassen sich Orte im Land in diesem Jahr vom ADFC prüfen. Als „RadReiseRegionen“ wollen sie mehr Radtouristen anziehen.

Schlagwörter zu diesem Artikel

Fahrrad