Dock für Wal-Rettung dient eigentlich zum Transport von Schiffen
Normalerweise werden mit dem sogenannten Transportdock Schiffe bewegt und zwar dort, wo das Wasser zu flach ist. Genau dafür wurde es entwickelt: um schwere Lasten sicher durch Gewässer zu transportieren, in denen herkömmliche Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Dass dieses System nun bei einer Walrettung zum Einsatz kommt, ist auch für die Werft selbst ein besonderer Moment.
Das Prinzip ist dabei so einfach wie effektiv. „Dieses Dock kann man öffnen auf einer Seite, um die Schiffe einzufahren. Und jetzt wird es einfach nicht mehr geschlossen, sodass Wasser im Inneren bleibt und sich der Wal darin bewegen kann“, sagt Geschäftsführer Olaf Deter.
Es hat sich wahrscheinlich rumgesprochen, dass wir große Teile transportieren können und mit flachem Wasser umgehen müssen.
Olaf Deter, Geschäftsführer SET Werft
Transport von mehreren hundert Tonnen möglich
Das Dock ist eine echte Spezialanfertigung: rund 50 Meter lang, 13 Meter breit und mit einem nur etwa 20 Zentimeter dünnen Boden. Möglich wird das durch seitliche Schwimmkörper, die den nötigen Auftrieb erzeugen. So können selbst Schiffe mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen bewegt werden. Der Wal, der vor Poel gerettet werden soll, wiegt dagegen nur einen Bruchteil: rund 12 Tonnen um genau zu sein.
Gebaut wurde das Transportdock im Oktober 2024 in Tangermünde. Bereits wenige Monate später, im Dezember, erhielt das Projekt einen Innovationspreis. Zwei Einsätze hat die Konstruktion seitdem bereits absolviert, der Transport des Wals wäre nun der dritte.
Dock wurde extra „walsicher“ gemacht
Wie die Retter auf die Werft aufmerksam geworden sind, kann Olaf Deter nur vermuten: „Es hat sich wahrscheinlich rumgesprochen, dass wir große Teile transportieren können und mit flachem Wasser umgehen müssen.“ Genau diese Kombination könnte nun auch bei der Walrettung entscheidend sein.
Für den aktuellen Einsatz wurde das Dock nur minimal angepasst. „Die Anpassungen sind sehr überschaubar gewesen“, erklärt Deter. Vor allem seien scharfe Kanten und mögliche Gefahrenstellen entfernt worden, damit kein Verletzungsrisiko für das Tier entsteht.