Bombe in Köln-Niehl: 2.500 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassenBombe in Köln-Niehl: 2.500 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen (Symbolbild)

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Letzte Aktualisierung am 28.04.2026 um 13:05 Uhr: Bombenfund im Kölner Norden: Bei Bauarbeiten an der Amsterdamer Straße in Niehl wurde am Dienstag, 28. April 2026, ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die 50-Kilogramm-Bombe muss noch am heutigen Tag entschärft werden. Für die Anwohner rund um den Fundort bedeutet dies massive Einschränkungen und eine sofortige Evakuierung.

Gegen Mittag wurden die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) sowie das Kölner Ordnungsamt alarmiert. Auf einer Baustelle in Höhe der Amsterdamer Straße 218 war eine Schaufel eines Baggers auf das Relikt aus dem Krieg gestoßen. Experten identifizierten das Fundstück schnell als eine 50 Kilo schwere Bombe mit einem Aufschlagzünder.

Evakuierungsradius von 300 Metern festgelegt
Es wurde ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort der Bombe festgelegt.Es wurde ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort der Bombe festgelegt.

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Nach einer ersten Begutachtung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst wurde ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort der Bombe festgelegt. Innerhalb dieser Zone müssen alle Gebäude geräumt werden. Nach ersten Schätzungen der Stadt Köln sind rund 2.500 Personen von der Evakuierung betroffen.

Das Ordnungsamt der Stadt Köln ist mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um den Bereich abzusperren und die Anwohner zu informieren. Es wird damit gerechnet, dass die Evakuierungsmaßnahmen einige Zeit in Anspruch nehmen werden, da sichergestellt werden muss, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenbereich aufhalten, bevor der Sprengmeister mit der Arbeit beginnen kann.

Anlaufstelle im Erich-Kästner-Gymnasium eingerichtet

Für Anwohner, die während der Evakuierung nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, hat die Stadt Köln bereits eine Anlaufstelle eingerichtet. In der Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums in der Castroper Straße 7 im Kölner Stadtteil Niehl stehen Aufenthaltsmöglichkeiten sowie eine Grundversorgung für die betroffenen Bürger bereit.

Die Stadt bittet alle Betroffenen, den Anweisungen der Ordnungskräfte Folge zu leisten, um eine zügige Entschärfung der Bombe zu ermöglichen. Personen, die Hilfe beim Verlassen ihrer Wohnungen benötigen oder bettlägerig sind, sollten sich umgehend bemerkbar machen oder das Servicetelefon des Ordnungsamtes unter 0221 / 221-32000 kontaktieren.

Massive Verkehrsbehinderungen auf der Amsterdamer Straße erwartet

Der Bombenfund hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr im Kölner Norden. Da die Amsterdamer Straße eine zentrale Verkehrsader darstellt, ist mit Staus und Verzögerungen zu rechnen. Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen: Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) werden ihre Linien im Bereich Niehl voraussichtlich umleiten oder den Betrieb während der kritischen Phase der Entschärfung zeitweise unterbrechen müssen.

Pendler und Autofahrer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Folgende Straßen oder Straßenabschnitte müssen im Rahmen der Evakuierung gesperrt werden:

  • Amsterdamer Straße zwischen 281 und Friedrich-Karl-Straße
  • Amsterdamer Straße 236 inklusive Grünfläche östlich Boltensternstraße
  • Boltensternstraße südlich 351 bis Friedrich-Karl-Straße
  • Nördlich Friedrich-Karl von Boltensternstraße bis Rudolf-Sohm-Straße
  • Gierkestraße 13/14 bis Pohlmanstraße
  • Eichhornstraße 8/8d bis Nesselrodestraße  
  • Nesselrodestraße/Allensteiner Straße bis Königsberger Straße
  • Königsberger Straße ab 2a (ausgenommen 1a-1d, 3a-3d und 5a-5d) bis Amsterdamer 281

Zeitpunkt der Bombenentschärfung noch ungewiss

Wann genau der Sprengmeister mit der Entschärfung der Bombe beginnen kann, steht aktuell noch nicht fest. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Evakuierung der 2.500 Anwohner sowie die Absperrung der Verkehrswege abgeschlossen werden können. Erst wenn das Ordnungsamt “grünes Licht” gibt, kann der gefährliche Einsatz am Blindgänger starten.

Bombenfunde in Köln: Ein Erbe des Zweiten Weltkrieg

Bombenfunde sind in Köln keine Seltenheit – die Stadt gehört zu den am stärksten vom Zweiten Weltkrieg betroffenen Gebieten in Deutschland. Durch die intensiven Luftangriffe der Alliierten zwischen 1942 und 1945 liegen bis heute zahlreiche Blindgänger unentdeckt im Boden. Insbesondere bei Bauprojekten in dicht besiedelten Stadtteilen wie Lindenthal, Ehrenfeld oder Deutz werden immer wieder Kampfmittel gefunden. Jede Entdeckung stellt für die Stadt eine logistische Herausforderung dar: Evakuierungen, Straßensperrungen und großangelegte Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig, um die Bevölkerung zu schützen. Köln verfügt deshalb über eingespielte Abläufe und arbeitet eng mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zusammen, um solche Funde schnell und sicher zu entschärfen.

Letzte Aktualisierung am 28.04.2026 um 13:05 Uhr