Bei Ryanair als Billigairline sei dies anders als bei anderen Fluggesellschaften, sagt Wissel. „Sie wollen trotz steigender Kosten trotzdem die günstigsten Ticketpreise aller Airlines anbieten, um Kunden nicht an andere Airlines zu verlieren.“ Wenn die Luftverkehrssteuer auf 20 Euro steige, mache diese bei billigen Tickets einen viel höheren Anteil des Preises aus als bei anderen Gesellschaften.

Der aktuelle Aufschrei von Ryanair, der Rückzug aus dem BER und die Forderung nach niedrigeren Gebühren seien für ihn keine Überraschung, sagt Wissel. „Im Grunde sind staatliche Subventionen weiterhin Teil des Geschäftsmodells“, sagt er weiter. „So setzt Ryanair die eh schon knappen Flugzeugkapazitäten in Europa dort ein, wo es noch Subventionen gibt, und zieht sich bei Wegfall, wie beispielsweise in Frankfurt, wieder zurück, wenn die Subventionen nicht mehr gezahlt werden.“ Deswegen warnt der Experte: „Eine Gebührensenkung bedeutet am Ende, dass der Staat billige Flüge über Steuergelder finanziert.“