Bielefeld-Schröttinghausen. Offenbar reagieren inzwischen zu viele Bürger besonnen auf klassische Schockanrufe, bei denen sich die Täter als Polizisten oder Staatsanwälte ausgeben und behaupten, ein enger Verwandter (meist Tochter oder Sohn) habe einen tödlichen Unfall verursacht. Scheinbar haben die Täter nun neue Wege eingeschlagen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Sie geben sich jetzt als Ärzte aus.

So berichtet die Bielefelder Polizei, dass eine Bielefelderin am Montagnachmittag, 27. April, Opfer der neuen Masche geworden sei. Der Anrufer gab sich gegen 15.30 Uhr als Chefarzt einer Uni-Klinik aus und berichtete der Seniorin, dass ihre Tochter als medizinischer Notfall bei ihm in die Klinik eingeliefert worden sei.

Nach mehreren Untersuchungen und dem Einsatz von Medikamenten sei ihr Zustand kritisch. Deshalb wolle der Professor nun ein neuartiges Medikament einsetzen, das die Klinik sofort bestellen müsste.

Der Täter will eine Sicherheit für angeblich dringend nötige Medizin

Die berechtigte Frage nach der Krankenkasse beantwortete der Betrüger mit der Auskunft, dass „man in Kontakt mit dem Schwiegersohn stünde und dieser bereits eine Kostenzusage der Krankenkasse erhalten hätte“, heißt es im Polizeibericht.

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Und dann kommt doch die Forderung des Täters: Trotz der Zusicherung müsse die Bielefelderin eine Sicherheit hinterlegen. „Und so erkundigte sich der Betrüger am Telefon nach Geld und Wertgegenständen im Haus“, so die Polizei. Die geschockte Seniorin suchte wertvolle Uhren und Schmuck zusammen, die ein Kurier eines Bielefelder Krankenhauses vor der Tür ihres Hauses an der Straße Wendischhof abholen sollte.

Die Täter verhindern erfolgreich einen Anruf beim Schwiegersohn

In der Tat erschien gegen 16.30 Uhr ein Mann bei der Bielefelderin und nahm Uhren und Schmuck an sich. Zu Fuß ging er mit den Wertsachen davon.

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Polizeisprecherin Sarah Siedschlag erklärt: Die Täter zeichneten sich durch sehr geschickte Gesprächsführung aus und redeten dauerhaft – teilweise mit mehreren Personen – auf ihre Opfer ein. Auf diese Weise sei es den Betrügern gelungen, die ältere Dame zu überzeugen und sie davon abzuhalten, mit dem Schwiegersohn Rücksprache zu halten.

Schlüssige Recherche der Schockanrufer

Die Täter hatten ihre Betrugsgeschichte durchaus schlüssig vorgetragen. Sie hatten laut Polizei sowohl Kenntnis über die persönlichen Lebensumstände ihres Opfers, sie gaben sich aber auch als Mitarbeiter einer Klinik aus, die sich tatsächlich am Wohnort der Tochter befindet. „Ob sie diese Informationen während des Gesprächs erlangten oder im Vorfeld herausgefunden hatten, ist unklar“, berichtet Sarah Siedschlag.

Die Polizei hofft nun auf Hinweise zu dem Abholer (etwa 30 Jahre, 1,75 bis 1,80 Meter, südländisches Erscheinungsbild) mit dunklen, leicht welligen Haaren. Zeugenhinweise gehen an das Kriminalkommissariat 15 unter Tel. 0521 5450.