Bis zum Oktoberfest dauert es noch einige Monate, aber einigen Menschen könnte die Stadt München schon jetzt die Laune verdorben haben. Dabei geht es aber nicht um eine Steigerung des Bierpreises oder darum, Eintritt für die Theresienwiese zu verlangen, sondern um einen teuren Wiesentrend, der verboten werden soll: die Schampus-Duschen.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat sich das für die Wiesn zuständige Wirtschaftsreferat und der interfraktionelle Arbeitskreis „Oktoberfest“ im Münchner Rathaus mit der Praxis befasst. Ein entsprechendes Verbot soll künftig in den Verträgen der großen Festzelte stehen. Dabei sollen auch „etwaige Ersatzduschflüssigkeiten wie Bier oder Spezi“ einbezogen sein, berichtet BR24.

Praxis ‚Champagner-Spritzen‘ begann etwa in der Mitte der 2010er Jahre

Seit einigen Jahren gibt es das Phänomen des sogenannten ‚Champagner-Spritzen‘ in den gastronomischen Großbetrieben“, zitiert der Münchner Merkur eine aktuelle Vorlage für den Stadtrat. „Hierbei werden große Flaschen Champagner auf den Boden aufgeklopft.“ Ziel sei es, dass der Champagner im Inneren einen solchen Druck entwickele, dass der Korken herausschieße und in diesem Zuge der Champagner aus der Flasche spritze.

Diese Praxis habe laut der Abendzeitung etwa in der Mitte der 2010er Jahre begonnen. Vor allem Gäste in Kufflers Weinzelt sollen den teuren, französischen Schaumwein aus der Region Champagne verspritzt haben. Unter anderem sollen dieser Praxis auch 15-Liter-Champagnerflaschen zum Opfer gefallen sein, die auf der Karte über 5000 Euro kosten.

Münchner Stadtrat soll in der ersten Sitzung über das Verbot abstimmen

Dem Wirtschaftsreferat und dem interfraktionellen Arbeitskreis „Oktoberfest“ ist der teure Trend ein Dorn im Auge. Nicht nur seien Champagnerduschen eine Lebensmittelverschwendung, sondern diese Dekadenz entspreche auch nicht der Tradition und Strahlkraft des Oktoberfests, heißt es aus den Gremien. Über das endgültige Verbot wird der neue Stadtrat in seiner ersten Sitzung am 11. Mai abstimmen.