Die Versicherung DA Direkt hat Autofahrer zu Stromern befragt. Verbrenner-Fahrer schätzen die Ladeinfrastruktur schlechter ein, als sie bereits ist. Und wer elektrisch fährt und gerne snackt, sollte auf seine Figur aufpassen.

Deutschland hat im europäischen Vergleich bereits eine gute Ladesäulen-Abdeckung. Weder in Städten noch an Autobahnen muss man Sorge haben, wegen Strommangels liegenzubleiben. Allerdings werden begehrte Ladeparks künftig auch häufiger frequentiert sein und die Ladezeiten bleiben ein Zeitfresser. 

Die Versicherung DA Direkt hat jetzt deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer befragt, wie sie die Ladeinfrastruktur in Deutschland erleben. Dabei zeigen sich bemerkenswerte Unterschiede:

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  • Wer Verbrenner fährt, hält die Ladeinfrastruktur wesentlich öfter für unzureichend als jemand, der bereits Erfahrungen mit E-Autos hat: 65 Prozent der befragten Benzin- und Diesel-Fahrer halten sie für „schlecht“, aber nur 29 Prozent aller E-Auto-Fahrer. Wer keine Erfahrung mit Stromern hat, hält das Problem also für größer, als es im Alltag ist.
  • Allerdings hat die Infrastruktur durchaus Luft nach oben, denn weniger als die Hälfte der Elektro-Fahrer (38 Prozent) hält sie bereits für „gut“.

Ladeinfrastruktur ist besser, als viele glauben

Gleichzeitig schätzen Fahrerinnen und Fahrer von Benzin- und Diesel-PKW aber auch die Tatsache, dass sie beim Tanken keine Zeit vergeuden. E-Auto-Fahrer müssen sich damit notgedrungen arrangieren, akzeptieren die Ladezeiten aber auch als Gesamtpaket der Emobilität mit ihren Kostenvorteilen. Demnach empfinden 86 Prozent der E-Auto-Fahrer einen Stopp von bis zu 20 Minuten noch als angenehm, wenn sie in dieser Zeit mindestens 200 Kilometer Reichweite nachladen. „35 Prozent bleiben selbst bei bis zu 30 Minuten entspannt. Ganz anders sieht es bei den Verbrenner-Fahrern aus. 43 Prozent von ihnen geben 10 Minuten als Toleranzgrenze für einen Ladestopp an“, berichtet die DA Direkt über die Ergebnisse der Umfrage. Civey hat für DA Direkt vom 04.03. bis 13.03.2026 online 2500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren sowie Fahrer von PKW mit Elektro-Antrieb befragt.

ANZEIGELadepositas Wofür nutzen Autofahrer beim E-Auto die Ladezeit? Die Hälfte isst, aber auch Einkaufen ist beliebt DA Direkt „Ladepositas“: Wird man im E-Auto schneller fett?

Die DA Direkt stellte zudem die Frage, was Fahrerinnen und Fahrer von Stromern während der Ladezeit machen. Das Ergebnis sollte Frauen und Männer mit Hang zum Übergewicht (Adipositas) vielleicht beunruhigen: Wer lädt, isst – jeder zweite Befragte gab an, die Ladezeiten fürs Essen oder Snacks zu nutzen. Etwa jeder Dritte nutzt die Zeit zum Einkaufen, nur sechs Prozent macht in der Zeit Sport. Immerhin jeder Vierte ruht sich aus oder schläft, während das Auto frische Energie zapft. „Langeweile beim Laden macht offenbar hungrig. Und wenn das Umfeld ungemütlich und die Aufenthaltsqualität gering sind, wird im Auto gerne gesnackt – nicht selten zu viel, zu fett und zu süß. Das kann langfristig zu Übergewicht führen. Kurzfristig kann zu schwere Kost die Konzentrationsfähigkeit auf der Weiterfahrt negativ beeinflussen“, sagt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt.

ANZEIGEUnübersichtliche Preisstruktur als Ärgernis

Unabhängig von der „Ladepositas“ erweist sich die Ladeinfrastruktur unterm Strich als zufriedenstellend mit Luft nach oben. So wünschen sich 25 Prozent der Befragten mehr Schnelllademöglichkeiten. Als „Schnelllader“ gelten Gleichstrom-Ladesäulen mit mehr als 50 kW Ladeleistung, wobei die meisten Säulen bereits 150, 200, 300 oder mehr kW liefern können; zumindest unter optimalen Bedingungen und sofern das Auto das auch umsetzen kann. Für jeden Zweiten sind die intransparente Preisstruktur und unübersichtliche Bezahlmöglichkeiten seitens der Anbieter der größte Schmerzpunkt. Häufig werden spezifische Apps verlangt, eine einfache EC-Kartenzahlung wird hingegen kaum angeboten. Die ist allerdings auch nicht empfehlenswert, denn das „Ad-Hoc“-Laden ist in der Regel teurer als mit einer App und/oder einem Vertrag.

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