Das Museum macht mühsam Meter: Mitten in Köln wächst ein Museum, das tief in die Stadtgeschichte führt. Doch auf der MiQua-Baustelle am Rathaus bleibt es kompliziert: Arbeiten laufen weiter, Firmen müssen neu gesucht werden, Kosten werden geprüft. Für Kölner bedeutet das vor allem: Das Projekt kommt voran, aber es braucht weiter Geduld. Der Start ist für Ende 2028 geplant.

Am Bauprojekt „MiQua. LVR – Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ geht es im Mai in die nächste Phase. Das Generalunternehmen, das für den Innenausbau und die Montage der Technischen Gebäudeausrüstung zuständig ist, richtet dann seine Baustelle ein. Danach sollen die Arbeiten beginnen. Für den anschließenden musealen Ausbau muss allerdings noch ein weiteres Generalunternehmen gesucht werden.
Auch an mehreren Bereichen der Ebene 0 wird parallel weitergearbeitet. Sobald das Schwerlastgerüst unterhalb des Stahlbaus vollständig abgebaut ist, können dort die Sandabsaugung und die Freilegung der geschützten Archäologie starten. Für Köln ist genau das ein Kern dieses Projekts: Unter dem Platz neben dem Rathaus liegt Stadtgeschichte, die künftig für Besucher zugänglich gemacht werden soll.
Die noch ausstehenden Arbeiten am Dach und die Restleistungen an der Natursteinfassade sollen voraussichtlich bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Bei der Metall-Glas-Fassade gibt es dagegen eine neue Hürde. Weil die beauftragte Firma insolvent ist, müssen offene Restleistungen neu ausgeschrieben werden. Dabei geht es um die Innenfassaden von Mikwe und Synagoge, die Eingangsschleuse sowie Außentüren.

Auch rund um den Haupteingang zum Spanischen Bau wird neu sortiert. Derzeit wird geprüft, ob Treppensanierung und Platzflächen gemeinsam ausgeschrieben werden können, um Synergieeffekte zu nutzen. Hintergrund ist die Kündigung des Auftragnehmers für die Außenanlagen. Die Sanierung der Treppenanlage vor dem Spanischen Bau soll zum Ende des dritten Quartals fertiggestellt sein. Dafür wurde bereits ein neues Planungsbüro beauftragt. Erst nach Planung, Ausschreibung und Vergabe kann mit der Treppensanierung begonnen werden.
Im Museumspädagogischen Zentrum laufen bereits erste Prozesse für Abnahme und Inbetriebnahme. Im Praetorium wird noch bis Oktober 2026 gearbeitet. Danach können auch dort die baulichen Abnahmen beginnen.
Nach aktuellem Stand soll das LVR – Jüdische Museum im Archäologischen Quartier Köln im Juni 2028 baulich fertiggestellt und Ende Dezember 2028 in Betrieb genommen werden. Zugleich werden weiter Einsparpotenziale geprüft. Die verfügten Mittel für das Gesamtprojekt in Höhe von knapp 190 Millionen Euro brutto sind ausgeschöpft.

Das MiQua entsteht direkt neben dem Kölner Rathaus. Es soll das römische Praetorium, das mittelalterliche jüdische Viertel und das Goldschmiedeviertel in einem gemeinsamen Rundgang verbinden. Damit werden wichtige archäologische Architekturfunde zur Geschichte Kölns und des Rheinlandes präsentiert.

Das Museum setzt sich aus einer unterirdischen archäologischen Fundebene und einem oberirdischen Neubau zusammen. Unter dem Niveau des Platzes entsteht auf rund 6.000 Quadratmetern ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung. Im ersten Obergeschoss wird die Ausstellung zur jüdischen Geschichte und Kultur Kölns von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus Köln, bis in die Moderne fortgeführt. (bn.)

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