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Berlin – Wenn Berlin am 1. Mai auf die Straße geht, ist die Frage nach Randale nie weit.
Gibt es Krawalle – oder bleibt alles friedlich? Die Berliner Polizei zeigt sich vor dem Feiertag gelassen. „Schwere Übergriffe und Auseinandersetzungen halte ich für eher unwahrscheinlich“, sagt Stephan Katte, Leiter der Direktion Einsatz/Verkehr.
5300 Polizisten sichern den 1. Mai in Berlin
5300 Beamte stehen bereit. Unterstützung kommt aus zehn Bundesländern sowie von der Bundespolizei. Mehr als 200 Streifenwagen sind im Dienst. Sie kümmern sich nicht nur um die große Demo, sondern auch um die übrigen 80 angemeldeten Versammlungen in der Hauptstadt.
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Einen Unterschied zu den Vorjahren sieht Katte dennoch. „Die Mobilisierung für den 1. Mai fällt breiter aus, die Tonlage ist schärfer“, sagt er. Am Freitag ist er oberster Polizeiführer. Der Oranienplatz ist um 18 Uhr Startpunkt für die „Revolutionäre 1.-Mai-Demo“.
Demo-Route führt über Görlitzer Park nach Neukölln
Dann geht es am Görlitzer Park vorbei über die Sonnenallee nach Neukölln. Ziel ist der Südstern. Angemeldet sind 1000 Teilnehmer. „Es dürften aber erheblich mehr werden“, so Polizeiführer Katte. Wie groß der Zug am Ende wird, ist offen.

Der sogenannte „Antifa-Block“ während der 18-Uhr-Demo im vergangenen Jahr
Foto: Andreas Rabenstein/dpa
Polizei sichert Zaun am Görlitzer Park
Sorgen bereiten „Görli“-Plakate, auf denen Bolzenschneider zu sehen sind, die einen Zaun durchtrennen. Die Polizei will die umstrittene Umzäunung des Görlitzer Parks deshalb zusätzlich absichern. „Aber das ist auch viel klappern, ich gehe nicht davon aus, dass eine größere Menschenmenge den Zaun niederreißen wird“, sagt Stephan Katte.
Hubschrauber, Wasserwerfer und Drohnenabwehr im Einsatz
Die Behörde fährt alles auf, was sie hat: Hubschrauber, Drohnen-Abwehr, Boote, Wasserwerfer, Hunde, Fahrradstaffel, Lichtmasten entlang der Route, Wasserwerfer, Lautsprechertrupps, Kommunikationsteams, Höhen- und Tiefenkletterer sowie mobilen Zufahrtsschutz.

Direktionsleiter Stephan Katte wird den Einsatz am 1. Mai führen
Foto: Peter Müller BILD
Polizeipräsidentin zieht Bilanz zum vergangenen Jahr
Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel blickt für BILD auf das vergangene Jahr zurück. Sie spricht von einer „erstaunlichen Bilanz“. „Wir hatten 13 verletzte Kollegen – jeder davon ist natürlich einer zu viel – zehn Beamte davon sind im Dienst geblieben, wir registrierten knapp 60 Straftaten.“
Weniger Gefährderansprachen vor 18-Uhr-Demo
Ein weiterer Trend fällt auf: Die sogenannten Gefährderansprachen gegenüber potenziellen Krawallmachern reduzierten sich in diesem Jahr auf sechs – 2025 waren es noch 32. Besondere Auflagen für die 18-Uhr-Demo gibt es nicht.
Warum dann 5300 Polizisten, wenn alles friedlich bleiben soll? „Früher haben die Kollegen an diesem Tag rund um die Uhr gearbeitet, jetzt geht’s um Arbeitsschutz.“ Die Bereitschaftspolizisten vom Morgen bei der DGB-Versammlung gehen nicht automatisch auch am Abend in Berlin-Kreuzberg in den Einsatz. „Früher undenkbar“, so Katte.