Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei „Die Heimat“ soll am 1. Mai mit rund 500 Rechten und Neo-Nazis durch Essen marschieren. Dafür wurden aus ganz Deutschland die Mitglieder mobilisiert. Teilnehmer erwartet Livemusik und bekannte Redner der Szene – aber auch eine große Welle an Gegendemonstranten.
Denn für den 1. Mai haben sich nach Angaben der Polizei rund 25 Versammlungen angekündigt. Insgesamt werden 4.500 Teilnehmer erwartet. Auch die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Essener Innenstadt und hat sich für alle möglichen Szenarien vorbereitet. DER WESTEN berichtet ebenfalls live vor Ort – hier verpasst du nichts.
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Warnung vor Einschränkungen im Verkehr
18.15 Uhr: Die Polizei rechnet am 1. Mai mit deutlichen Verkehrsbehinderungen – sowohl in Rüttenscheid als auch in der Essener Innenstadt. Autofahrer müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Zudem werden in einigen Bereichen Halteverbotszonen eingerichtet, die vor Ort entsprechend ausgeschildert sind.
Polizei mit sehr vielen Einsatzkräften vor Ort
17.21 Uhr: Damit die Lage in Essen nicht eskaliert, wird die Polizei mit vielen Einsatzkräften vor Ort sein. Gut für die Polizei: In den umliegenden Städten gibt es nicht so große Demonstrationen, weshalb viele Kräfte aus ganz NRW zur Unterstützung da sein werden.
Wer ist die Partei „Die Heimat“?
13.41 Uhr: Die Partei „Die Heimat“ (ehemals „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD)) hat deutschlandweit etwa 2.500 Mitglieder und ist damit die größte gesichert rechtsextremistische Partei in der Bundesrepublik. Mit ihren 16 Landesverbänden hat sie als einzige dieser Parteien auch bundesweite Strukturen; in den Ländern verfügt sie über mehrere Kreisverbände. In Baden-Württemberg gehören ihr etwa 340 Personen an. Die Jugendorganisation von „Die Heimat“ sind die „Jungen Nationalisten“ (JN).
📌 Fakten
- Veranstalter ist die rechtsextreme Partei „Die Heimat“ (früher NPD), die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird
- Start ist um 13 Uhr mit einer Kundgebung am Hirschlandplatz, anschließend folgt ein Demonstrationszug durch die Innenstadt
- Es werden rund 500 Neonazis aus ganz Deutschland erwartet L
- Parallel sind große Gegenproteste geplant: u. a. das Bündnis „Essen stellt sich quer“ gemeinsam mit dem DGB (Route vom Rüttenscheider Markt zum Burgplatz) sowie „Omas gegen Rechts“; es werden rund 4.000 Gegendemonstrierende erwartet
- Die Polizei rechnet mit einem der größten Einsätze der letzten Jahre; die genaue Route der rechten Demo wurde im Vorfeld nicht veröffentlicht.
Die Partei und ihre Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ hatten immer wieder sogenannte „offene Abende“ in ihrer Parteizentrale in Essen-Kray abgehalten. Experten gehen davon aus, dass derartige Veranstaltungen genutzt werden, um Minderjährige zu radikalisieren.
Anfang Dezember 2025 hatte die Stadt Essen ursprünglich eine Verfügung erlassen, die die komplette Nutzung des Gebäudes verboten hatte. „Die Maßnahme erfolgte aufgrund von Verstößen gegen bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Vorschriften
„, hieß es damals von einem Sprecher. Das Verbot hielt jedoch nur vier Monate, da die Ordnungsverfügung jedoch fehlerhaft gewesen sein soll, wurde diese zunächst aufgehoben.
Bei Demonstrationen in der Vergangenheit kam es zu einzelnen Ausschreitungen. Neben volksverhetzenden Aussagen soll es auch Angriffe auf Gegendemonstranten gegeben haben. Im August 2025 sollen etwa 19 Personen vier Gegendemonstrierende in einem Linienbus angegriffen und verletzt haben. Für die Veranstaltung am 1. Mai geht die Polizei Essen von einem friedlichen Verlauf aus, bereite sich jedoch auf jedes Szenario vor.
Routen nicht bekannt
11.08 Uhr: Um Konflikte zu minimieren gibt die Essener Polizei keine konkreten Routen einzelner Kundgebungen bekannt. Das sorgt immer wieder für Kritik, doch ein direktes Aufeinandertreffen der Teilnehmer könnte für Spannungen sorgen. Ein paar Treffpunkte stehen jedoch fest.
Ab 12 Uhr wollen sich der Deutsche Gewerkschaftsbund, „Essen stellt sich quer“, die „Omas gegen Rechts“ und weitere Bündnisse auf dem Rüttenscheider Markt treffen und gemeinsam zur Innenstadt ziehen. Gegen 13 Uhr soll die Kundgebung der Partei „Die Heimat“ auf dem Hirschlandplatz stattfinden. Kurz zuvor trennen sich die Wege des DGB und der Gegendemos. Die DGB-Kundgebung findet auf dem zentralen Burgplatz statt, während die Hauptkundgebung der Gegenproteste rund um ESSQ gleichzeitig auf dem Hans-Toussaint-Platz läuft.
Demos in der Essener Innenstadt
9.12 Uhr: Guten Morgen, der 1. Mai rückt näher. Viele Menschen nutzen den Feiertag, um einen Ausflug zu machen. Rund um die Essener Innenstadt könnte das jedoch zumindest Mittags/Nachmittags schwierig sein. Aufgrund der angekündigten Demos ist mit starken Verkehrseinschränkungen zu rechnen.