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London (England) – Ross Davidson (37), kurzzeitig Sänger der Band Spandau Ballet, muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Das Strafmaß verkündete der Wood Green Crown Court am Donnerstag in London. Davidson war zuvor in zwei Prozessen in insgesamt mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.
Die widerlichen Taten: zwei Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung, drei sexuelle Übergriffe, zwei Fälle von Voyeurismus. Die Übergriffe, von denen sechs Frauen betroffen waren, ereigneten sich zwischen August 2013 und Dezember 2019.
Ross Davidson: Vom „Sexsymbol“ zum Straftäter
Davidson trat unter dem Künstlernamen Ross Wild auf, stand u.a. im Londoner Musical „We Will Rock You“ auf der Bühne. 2018 war er zudem für einige Monate Leadsänger der 80er-Jahre-Band Spandau Ballet („True“). Er kam damals für Gründungsmitglied Tony Hadley (65), der 2017 ausgestiegen war.

Die legendäre Band Spandau Ballet 2018 in London: Martin Kemp (64), Gary Kemp (66), John Keeble (66), Ross Davidson und Steve Norman (65, v.l.)
Foto: Dave J Hogan/Getty Images
Vor Gericht hieß es, der aus Schottland stammende Davidson habe durch seinen wachsenden Ruhm gedacht, „eine Art Sexsymbol“ zu sein. Er habe offenbar geglaubt, er könne jede Frau haben. Im Juli 2024 fiel der erste Schuldspruch gegen Davidson, im Januar 2026 folgte ein zweiter wegen weiterer Übergriffe. Dass das Strafmaß erst jetzt verkündet wurde, könnte daran liegen, dass die Schuldsprüche gemeinsam berücksichtigt werden sollten.
Er machte heimliche Videos von schlafenden Frauen
Davidson soll die Frauen über die Dating-App Tinder kennengelernt haben. Besonders widerlich: Laut Anklage filmte er einige seiner Taten. Laut Staatsanwaltschaft befanden sich die Opfer „in so tiefem Schlaf“, dass sie die Übergriffe nicht bemerkten. Eine Aufnahme zeigte laut Gericht die Vergewaltigung einer Frau. Viele der Opfer hatten erst später durch die Polizei von den heimlichen Aufnahmen erfahren.

Sänger Ross Davidson galt als Frauenschwarm – sein Ruhm stieg ihm offenbar zu Kopf
Foto: Dave J Hogan/Getty Images
Dies erinnert an den Fall um Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52). Er sitzt in U‑Haft und wartet auf sein Urteil. Ihm werden unter anderem vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht vorgeworfen. Auch er soll einige der Frauen im Schlaf gefilmt haben.
Mehr zum ThemaOpfer berichten von schweren Folgen
Eine Frau erklärte vor Gericht, sie habe durch Davidson „schwere psychische Schäden“ erlitten und „jedes Selbstvertrauen verloren“. Sie sagte: „Mein Leben hat sich nachhaltig verändert. Ich fühle mich seitdem nicht mehr sicher und kann der Welt nicht mehr vertrauen. Ich habe das, was passiert ist, nicht verdient.“ Ein anderes Opfer erklärte ihren heutigen Zustand so: „Ich überlebe, aber lebe und genieße das Leben nicht mehr.“ Ein drittes Opfer war zum Tatzeitpunkt erst 16 Jahre alt und wirft Davidson vor, ihr ihre „Jugend, Unschuld und Freiheit“ genommen zu haben.
Der Musiker hat die Taten stets bestritten und erklärt, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Das sah der Richter anders und verurteilte ihn zu 14 Jahren Haft. Nach zwei Dritteln der Strafe kann er vorzeitig entlassen werden, da ihm seine U-Haft angerechnet wird.