Halle. „Das war eine sehr positive Veranstaltung, die auf großes Interesse gestoßen ist“, zieht Johannes Wiese wenige Tage später eine erste Bilanz. Der Geschäftsführer von Hallewestfalen.net hatte im Vorfeld nicht unbedingt mit weit über 400 Besucherinnen und Besuchern gerechnet, die am vergangenen Donnerstag in der Gesamtschule an der Informationsveranstaltung zum geförderten Glasfaserausbau der sogenannten „grauen Flecken“ teilnahmen. Doch können dadurch etwa 1.400 weitere Haushalte auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss hoffen.   

Die Teilnehmerzahl zeigt, dass schnelles Internet heute für viele Firmen, aber auch angesichts von Home Office ebenso für Privatpersonen, ein nahezu unverzichtbares Ausstattungsmerkmal ihrer Immobilie ist. Angefangen hatte die hallewestfalen.net GmbH im Herbst 2016 als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Halle. Der Auftrag lautete damals, einen zeitnahen Zugang zu maximal schnellem Internet zu ermöglichen.

Zunächst wurden die sogenannten „weißen Flecken“, also Gebiete mit Datenraten von unter 30 Mbit/s, an ein Glasfasernetz angeschlossen. Voraussetzung war, dass es sich um Bereiche handelte, in denen private Anbieter wie Telekom oder BiTEL aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren wollten. Das Verlegen der Leitung bis zum Haus blieb dabei für den Immobilieneigentümer kostenfrei.

Rund 300 Adressen stehen derzeit noch auf der Kippe


Die erste Infoveranstaltung wurde von den Haller Bürgerinnen und Bürger gut angenommen. Das Interesse war groß. Andreas Weiler und Nils Mattheis (Micus Strategieberatung GmbH, v.l.), die beiden Geschäftsführer der hallewestfalen.net Johannes Wiese und Björn Hüllbrock sowie Bürgermeister Thomas Tappe standen Rede und Antwort.. - © Trust Communication/hallewestfalen.net

Die erste Infoveranstaltung wurde von den Haller Bürgerinnen und Bürger gut angenommen. Das Interesse war groß. Andreas Weiler und Nils Mattheis (Micus Strategieberatung GmbH, v.l.), die beiden Geschäftsführer der hallewestfalen.net Johannes Wiese und Björn Hüllbrock sowie Bürgermeister Thomas Tappe standen Rede und Antwort..
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Im nächsten Schritt erschließt Hallewestfalen.net nun die sogenannten „grauen Flecken“. Dabei handelt es sich um Objekte, in denen zwar bereits ein Netzbetreiber aktiv ist, die aktuellen Datenraten jedoch kleiner 300 Mbit/s im Download liegen. Diese Gebiete liegen vor allem in Hesseln, Hörste, Bokel und Künsebeck. Anfangs war nicht davon auszugehen, dass auch hier kostenlos Glasfaserkabel verlegt werden. Im November 2024 gab es dann aber nach einem vorhergehenden Negativbescheid doch noch die Förderzusage für die besagten 1.400 Objekte.

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„Hinzu kommen noch etwa 300 weitere Adressen, bei denen aktuell noch Klärungsbedarf besteht“, sagt Wiese. Für diese werde im Sommer eine separate Informationsveranstaltung angeboten, zu der die betroffenen Objekteigentümer rechtzeitig schriftlich eingeladen werden.

Auf der Internetseite www.hallewestfalen.net lässt sich überprüfen, wer zu den Berechtigten für einen kostenlosen Glasfaseranschluss gehört. Nach Ausfüllen des Onlineformulars muss der Eigentümer bis Ende Mai den Grundstücksnutzungsvertrag einreichen. „Das ist wichtig. Liegt dieser Vertrag nicht vor, wird auch kein Bagger vorfahren“, sagt Wiese. Zudem ist der Termin absolut fix: „Ende Mai ist der Stichtag. Es wird keine Ausnahmen, keine Verlängerungen und keine weiteren Termine geben“, sagt Wiese. Mit einem Baubeginn ist im Frühjahr 2027 zu rechnen, bis Ende 2028 sollen die letzten grauen Flecken aus dem Fördergebiet verschwunden sein.

Stadt muss Kosten von 3,5 Millionen Euro tragen

Bisher liegen, so Wiese, etwa 600 bis 700 Grundstücksnutzungsverträge vor. Es ist also nach Luft nach oben. Bis Ende Mai ist es nicht mehr lange hin, zumal der Monate noch durch drei Feiertage durchbrochen wird. Insgesamt fallen für diese Maßnahme Kosten in Höhe von 14,2 Millionen Euro an. Da der Bund 50 Prozent und das Land NRW 30 Prozent übernimmt, bleibt für die Stadt Halle ein Eigenanteil von rund 3,5 Millionen Euro (20 Prozent).

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Bei dem bereits abgeschlossenen Ausbau der „weißen Flecken“, durch den 711 Adresse Glasfaserkabel erhielten, lag der Eigenanteil der Stadt bei zehn Prozent, die Kosten für die Tiefbauarbeiten und die Infrastruktur lagen damals bei knapp 19,5 Millionen Euro.

Die Politik und die Verwaltung wollen mit dieser Initiative die Infrastruktur in der Stadt Halle zukunftsfähig machen. Ziel ist es, auch den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betrieben auf dem Land zu ermöglichen, künftig von zu Hause aus zu arbeiten oder anspruchsvolle Webapplikationen zu nutzen. Die hallewestfalen.net übernimmt Planung, Leitungsnetz- und Stationsbau. Die aktive Netznutzung und Bereitstellung von Tarifen erfolgt durch den beauftragen Pächter.

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