Neben dem neuen Referatszuschnitt plant die künftige Stadtregierung auch einen Umbau der Stadtdirektorien und will zudem sogenannte „Beauftragte“ aus den Reihen des Stadtrats für bestimmte Themen berufen. Der designierte Oberbürgermeister Florian Freund bestätigte Informationen unserer Redaktion, dass es künftig vier Stadtdirektorien im OB-Referat geben soll. Bisher gibt es drei Direktorien, die dem Oberbürgermeister in zentralen Themenfeldern zur Hand gehen. Teils wird es zu personellen Umbesetzungen kommen. Es sei aber klar, dass man einige Themenbereiche aus dem OB-Referat in andere Referate verlagere, nachdem zum Beispiel das Thema Wirtschaftsansiedlung ins OB-Referat geholt wird.

Die Besetzung des Augsburger Wirtschaftsdirektoriums ist noch offen

Thomas Schmidt-Tancredi bleibt weiter für das Thema Beteiligungen zuständig, der bisherige Ordnungsamtschef Andreas Bleymaier wird fürs Personal zuständig sein, für das Hauptamt und das Protokoll wird der bisherige SPD-Fraktionsgeschäftsführer Michael Egger zuständig sein. Noch offen ist die Besetzung des Wirtschaftsdirektoriums, für das nach Informationen unserer Redaktion der frühere OB-Referent Richard Goerlich im Gespräch ist. Eine Weichenstellung ist dazu aber noch nicht gefallen.

Ferner kündigte Freund an, dass es künftig sieben „Beauftragte“ aus Reihen des Stadtrats geben wird, etwa für Sport/Olympia, Ehrenamt oder Klima. Sie sollen als eine Art Scharnier zwischen Bürgerschaft und Verwaltung fungieren und zudem deutlich machen, dass bestimmten Themenbereichen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dafür sei eine geringe zusätzliche Aufwandsentschädigung im Gespräch, heißt es von den Fraktionen. Dem Vernehmen nach ist Hannes Aigner (Freie Wähler) als Olympia-Beauftragter gesetzt.

Grüne lehnen „strategische Fraktionsbildung“ im Augsburger Stadtrat ab

Im Vorfeld der konstituierenden Stadtratssitzung am Montag zeichnen sich zudem auch beim Thema Stadtrats-Geschäftsordnung Diskussionen zwischen der neuen „Startmehrheit“ und den Grünen ab. Vorgesehen ist, sogenannte „Fraktionsgemeinschaften“ zuzulassen und Fraktionen gleichzustellen. Dieses Konstrukt soll wohl angesichts der Einzelstadträte, die sich SPD bzw. Generation Aux anschließen wollen, gewählt werden. Die Grünen lehnen „rein strategische Fraktionsbildung zur Akquise von materiellen Ressourcen“ (gemeint sind städtische Zuwendungen, die nach Fraktionsgröße gezahlt werden) ab. Zudem soll die Zahl der Ausschusssitze von 13 auf zwölf reduziert werden. Dadurch sehen sich auch V-Partei-Stadtrat Roland Wegner und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) benachteiligt, die eine Ausschussgemeinschaft bilden möchte und somit außen vor wären.