Zusammenstöße von Straßenbahnen, Gefahrstoff-Alarm an der Messe, Badeunfälle im Rhein und das Unglück beim Rheinkirmes-Feuerwerk – die Düsseldorfer Feuerwehr musste 2025 viele verschiedene und nicht alltägliche Einsatzlagen bewältigen. Entsprechend sprach Feuerwehr-Chef David von der Lieth bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2025 von einem „herausfordernden“, aber zugleich auch „erfolgreichen Jahr“. Die Bandbreite der Lagen und deren Bewältigung würde genau das abbilden, was die Düsseldorfer Feuerwehr im Notfall leisten könne, so von der Lieth. „Für solche Einsätze sind wir ausgebildet und ausgerüstet.“
Wald- und Vegetationsbrände rücken in den Fokus
Das zeigt sich mittlerweile nicht nur im lokalen, sondern auch internationalem Einsatz. Im vergangenen Juli wurde die Facheinheit „Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung“ mit 45 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr ins Leben gerufen. Wenige Wochen später rückten Fabian Walerovski (39) und sieben Kollegen aus Düsseldorf als Teil einer gemischten Feuerwehrtruppe aus dem ganzen Rheinland bereits nach Spanien aus. Dort bekämpften sie im August eine Woche lang mehrere schwere Wald- und Vegetationsbrände.
Der Einsatz sei „extrem“ gewesen, habe der Einheit aber auch wichtige Erfahrungs- und Erkenntnisgewinne gebracht, so van der Lieth. „Weil auch wir in Düsseldorf im Zuge des Klimawandels mit mehr Vegetations- und Waldbränden zu tun haben werden.“ Das belegen auch die Zahlen: 2025 musste die Feuerwehr 181 Vegetationsbrände in Düsseldorf löschen (2024: 78, 2023: 156).
Investitionen trotz „schwieriger Haushaltslage“
In Spanien zum Einsatz kam dabei auch ein neues, auf Waldbrände spezialisiertes Tanklöschfahrzeug mit rund 3000 Liter Fassungsvermögen. Ungeachtet der schwierigen Haushaltslage investiert die Stadt (33 Millionen Euro im Jahr 2025) weiter in die Erneuerung der Fahrzeug-Flotte sowie der Modernisierung und der Errichtung neuer Standorte. Das sei laut von der Lieth ein „schönes Signal, wie stark die gesamte Stadt und die Politik hinter den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräften stehen.“
Neben neuen Löschfahrzeugen und 17 neuen Einsatzleitwagen wurde auch der Rettungsdienst mit fünf zusätzlichen Rettungswagen verstärkt.
Tele-Notarzt soll kommendes Jahr starten
Im Rettungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde mit den sogenannten Soforttransportwagen (STW) eine neue Kategorie im Rettungsdienst eingeführt. Vier solcher Wagen sind seit vergangenem Oktober in Düsseldorf nun im Dienst. Sie sollen auf „dringliche, aber nicht lebensbedrohliche“ Lagen reagieren können. Von der Lieth nennt exemplarisch einen Armbruch, der zwar dringend im Krankenhaus behandelt werden muss, von dem aber keine akute Lebensgefahr ausgeht. Denn die Zahl der Einsätze des Rettungsdienstes nehmen seit Jahren zu und erlebten 2025 mit 159.802 erneut einen Anstieg (2024: 157.036)
In diesem Kontext konnte von der Lieth auch von einem sinkenden Trend berichten. So ist die Zahl der Einsätze, bei denen ein Notarzt hinzugerufen werden musste, mit 20.259 um mehr als 3000 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das hänge damit zusammen, dass Notfallsanitäter inzwischen mehr Möglichkeiten zur Behandlung auch ohne begleitenden Arzt durchführen dürfen, etwa die Vergabe bestimmter Medikamente. „Das zeigt, dass der Notarzt in der Vergangenheit häufiger angefordert wurde, als es nötig war“, sagte von der Lieth.
Kommendes Jahr soll zudem das Telenotarzt-System in Düsseldorf schrittweise eingeführt werden. Dann können die Rettungskräfte jederzeit per Video- und Sprachanruf einen Notarzt in der Leitstelle konsultieren, der den Einsatz dann begleitet und auf die Patientendaten digitalisiert zugreifen kann. Das sei aber nur eine Ergänzung für unklare Fälle, so von der Lieth, deren Einsatz stark situationsbedingt sei.
Anzahl der Feuerwehrfrauen hat sich verdoppelt
Ein weiterer positiver Trend, den die Feuerwehr nahezu jedes Jahr verkünden kann: Das Interesse an einer Arbeit und Ausbildung sei ungebrochen hoch. „Die Bewerberlage ist so gut, dass wir alle Ausbildungsplätze jederzeit besetzen können“, sagte Stadtdirektor und Feuerwehrdezernent Burkhard Hintzsche.
Eine Entwicklung, die sich dabei fortsetzt, ist der steigende Anteil an weiblichem Personal. Mit 31 Feuerwehrfrauen hat sich dieser 2025 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (928 Beschäftigte insgesamt). In Zukunft dürften noch mehr Frauen bei der Feuerwehr beschäftigt sein. Denn unter den aktuell 207 Azubis sind rund ein Viertel Frauen – und damit rund dreimal so viele wie noch 2024.