Stand: 01.05.2026 00:01 Uhr

Die Deutsche Bahn (DB) saniert die Bahnstrecke zwischen Hamburg über Lüneburg nach Hannover. Was bedeutet das für die Pendler? Auf ndr.de/niedersachsen können Sie über Ihre Erfahrungen berichten.

Lina Melis steht am Lüneburger Bahnhof am Bahnsteig.

Lina Melis ist auf den Regionalzug angewiesen: Nur so kommt sie von Lüneburg zur Berufsschule nach Hannover.

Lina Melis ist wegen der Streckensperrung von Langenhagen (Region Hannover) nach Lüneburg gezogen. Die 20-Jährige macht hier eine Ausbildung zur Fotografin. Als klar war, dass die Zugstrecke ab Mai für zehn Wochen gesperrt ist, suchte sie eine Wohnung. Und dennoch muss sie noch zweimal pro Woche nach Hannover in die Berufsschule. Wie das in der Zeit der Sanierungsarbeiten funktionieren soll, weiß sie noch nicht. Der Schienenersatzverkehr sei keine Alternative. „Wenn ich morgens zur Schule fahre, dann müsste ich um 3 Uhr aufstehen.“ Ein Auto kann sich die 20-jährige Auszubildende nicht leisten. Auch das Ticket für den ICE ist zu teuer. Sie setzt nun auf Distanzunterricht per Video. Ob das klappt, ist aber noch unklar. Wenn nicht, müsste Lina Melis im ersten Ausbildungsjahr wohl viele Fehlstunden sammeln.

Wir möchten wissen: Was bedeuten die Sanierungsarbeiten für Sie persönlich? Welche Erfahrungen machen Sie während der Streckensperrung?

Pendler brauchen Zeit und Nerven

Das Beispiel von Lina Melis zeigt, wie sich die Baumaßnahmen auf Pendler auswirken. Entlang der etwa 163 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg und Hannover werden im Rahmen der „Qualitätsoffensive“ bis zum 10. Juli unter anderem Gleise, Weichen und Bahnhöfe sowie Oberleitungsanlagen erneuert. Zunächst wird der Abschnitt zwischen Hannover und Uelzen komplett gesperrt, ab Mitte Juni folgt auch die Strecke von Lüneburg nach Uelzen. Nur noch vereinzelt fahren Nahverkehrszüge, etwa von Lüneburg nach Hamburg. Der eingerichtete Schienenersatzverkehr dauert oft deutlich länger.

Mit schwerer Technik wird auf einem Teilstück der Bahnstrecke Hamburg-Berlin die vor Jahrzehnten angelegte feste Fahrbahn aus Beton abgebaut. (Themenbild)

Heute beginnt die Sanierung. Zunächst wird die Strecke teilweise gesperrt. Der Fernverkehr wird bis 10. Juli umgeleitet.

An einem Gleis finden Sanierungsarbeiten statt, daneben steht ein Baufahrzeug.

Im Rahmen der „Qualitätsoffensive“ will die Bahn ab Mai unter anderem 66 Kilometer Gleis und mehrere Bahnstationen erneuern.

Auf einem Smartphone wird die Website routenretter.de angezeigt.

Von Mai bis Mitte Juli fährt kein Zug zwischen Lüneburg und Hannover. Pendler müssen deshalb wohl aufs Auto umsteigen.

Gleise von Oben fotografiert.

Der Fahrgastverband sieht massive Einschränkungen für Fahrgäste – und rät, auf vermeidbare Zugfahrten zu verzichten.