Stuttgart. Die Diskussion über einen möglichen Abzug von US‑Soldaten aus Deutschland betrifft auch große Standorte im Südwesten. Außenminister Johann Wadephul reagiert jedoch gelassen auf entsprechende Überlegungen von US‑Präsident Donald Trump.

Der CDU‑Politiker sagte bei einem Treffen mit dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita in Rabat, Deutschland sei auf mögliche Entscheidungen vorbereitet. In den Nato‑Gremien werde darüber eng und vertrauensvoll gesprochen. Entscheidungen der USA müssten unter Verbündeten abgestimmt werden.

Wichtige US‑Kommandos in Stuttgart

Stuttgart spielt für die US‑Streitkräfte in Europa eine zentrale Rolle. In der Stadt sind mit EUCOM und AFRICOM zwei bedeutende militärische Kommandos stationiert.

Nach Angaben der Stadt leben und arbeiten mehr als 20000 amerikanische Militärangehörige, zivile Beschäftigte, Mitarbeitende von Dienstleistungsunternehmen sowie deren Familien in Stuttgart und der Region. Oberbürgermeister Frank Nopper betonte deshalb die enge Partnerschaft zwischen den USA und Europa.

Überprüfung der Truppenpräsenz angekündigt

Wadephul verwies darauf, dass Trump lediglich eine Überprüfung der Truppenpräsenz angekündigt habe. Seit Jahren werde in verschiedenen US‑Regierungen darüber gesprochen, sich stärker auf den pazifischen Raum und China zu konzentrieren.

Deutschland stelle sich darauf ein, mehr Verantwortung für Sicherheit in Europa zu übernehmen. Dazu gehöre auch der Ausbau der Bundeswehr und des europäischen Pfeilers der Nato.

Große US‑Standorte weiterhin wichtig

Nach Einschätzung des Außenministers sind zentrale Einrichtungen der USA in Deutschland nicht gefährdet. Dazu zählen unter anderem

  • die Air Base Ramstein in Rheinland Pfalz
  • das US‑Militärkrankenhaus in Landstuhl
  • der Truppenübungsplatz Grafenwöhr
  • das Hauptquartier der US‑Kommandos in Stuttgart

Diese Einrichtungen hätten für die USA und für die Nato eine wichtige Funktion. Trumps Ankündigung folgte auf Kritik des Präsidenten an Bundeskanzler Friedrich Merz wegen dessen Äußerungen zur US‑Militäroffensive gegen den Iran. dpa/red

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