Blick auf eine Hausbaustelle in einem Neubaugebiet.

Stand: 01.05.2026 17:20 Uhr

Schon lange ist klar, dass Niedersachsen in Zukunft mehr Wohnraum braucht. In einer neuen Studie wird klar, dass gesehen auf die Bevölkerung, die Region Ostfriesland mehr Wohnungen braucht als die Region Hannover.

von Leven Wortmann

Der Bedarf an Wohnraum ist in Niedersachsen je nach Region sehr unterschiedlich. Laut Wohnungsmarktreport Niedersachsen gibt es im Jahr 2035 in der Region Mittelweser-Oldenburger Land den größten Bedarf, durchschnittlich mit 4.500 Neubauten. Danach kommen die Regionen Hannover und Weserbergland-Harz, beide mit ca. 4.300 Neubauten. Das Mittelfeld bilden Ostfriesland, die Lüneburger Heide, Emsland/Osnabrücker Land und das Hamburger Umland. Alle werden laut der Prognose im Jahr 2035 rund 3.000 bis 3.600 Neubauten benötigen. Das Schlusslicht bildet die Region Braunschweig, mit rund 2.800 benötigten Neubauten.

Ostfrieslands Bewohner brauchen mehr Wohnraum

Grafiken zeigen Immobilienpreise erhoben durch die LBS.

Eine Auffälligkeit in der Studie ist der Pro-Kopf-Bedarf an neuem Wohnraum. Es ist demnach wahrscheinlich, dass eine bevölkerungsreiche Großstadt wie Hannover mehr neuen Wohnraum brauchen wird als ländliche Regionen. Wenn man aber schaut, wie viele Neubauten es pro Einwohner gibt, dann führt Ostfriesland. Laut den Studien-Autoren liegt das daran, dass gerade im ländlichen Raum häufig ältere Menschen in ihren großen Häusern leben bleiben, auch nachdem die Kinder ausgezogen sind. Junge Familien suchen oft nach passendem Wohnraum, finden aber nichts und Bauen sei für viele finanziell nicht mehr möglich.

Forderung nach weniger Bauvorschriften

Für den Präsidenten des Sparkassenverbands Niedersachsen, Cord Bockhop, ist die Lösung mehr Bauen. Neubauten seien in den letzten Jahrzehnten deutlich teurer geworden und vielen jungen Menschen würden die Finanzierungsmöglichkeiten fehlen. Deswegen fordert er, dass Bauvorschriften gelockert werden sollen. Dadurch könne die Politik Bauen wieder günstiger machen. Außerdem ist er für eine zeitweise Aussetzung der Grunderwerbssteuer.

Früher wurde mehr gebaut

Laut Cord Bockhob war der Bedarf an Wohnungen und Häusern in Niedersachsen schon mal höher als heute. So wurden Mitte der 1990er-Jahre in Niedersachsen jährlich bis zu 70.000 Neubauten fertiggestellt. Und auch Anfang der 1970er gab es jährlich bis zu 80.000 Neubauten. „Damals war die wirtschaftliche Situation eine andere. Aber es gab auch noch nicht so viele Bauvorschriften wie heute“, erklärt Bockhob.

Der Wohnungsmarktreport Niedersachsen ist eine Studie, die von der Landesbausparkasse NordWest und dem Sparkassenverband Niedersachsen in Auftrag gegeben wurde. Darin wird untersucht, wie sich der Wohnungsmarkt im Land bis 2035 und 2045 entwickeln wird. Der Gesamtbedarf in Niedersachsen soll demnach in den nächsten 20 Jahren jährlich bei rund 25.000 bis 30.000 Neubauten liegen.

Ein Motorboot liegt am Südstrand in einem Winterlager, während im Hintergrund die Wohnhäuser am Bontekai in Wilhelmshaven zu erkennen sind.

220.000 neue Wohnungen werden laut einem Bericht bis 2045 benötigt. Gleichzeitig droht ein ähnlich hoher Wohnungsüberschuss.

Auf einem Grundriss einer Wohnung liegen Geldscheine und Schlüssel.

Zuvor war sie bis Ende 2025 befristet. Die Regelung betrifft im Bundesland 57 Kommunen – darunter Hannover und Braunschweig.

Wohnhaus mit Balkonen.

Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Pestel-Instituts. Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich 920 neue Wohnungen entstehen.