
In Essen haben heute Tausende Menschen gegen einen Neonaziaufmarsch demonstriert. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz.
„1. Mai – Nazifrei.“ So lautete das Motto der Gegendemonstranten. Es stand auf Schildern und Plakaten, mit denen Hunderte seit dem Freitagmittag in der Essener Innenstadt unterwegs waren. Gewerkschaften, Parteien, Verbände und Initiativen hatten zu dem Protest aufgerufen.
Tausende Gegendemonstranten hatten sich überall in der Essener Innenstadt versammelt, unter anderem vor dem Grillo-Theater, auf dem Kennedy- und dem Burgplatz. Gemeinsam demonstrierten sie gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Partei „Die Heimat“ (früher NPD). „Es gibt kein Platz für Nazipropaganda“, oder „Wir sind mehr“, riefen sie.
Katharina Pfeiffer ist stolz aufs Ruhrgebiet und dass so viele Gegendemonstranten gekommen sind. Sie sagt: „Wir wollen die Demokratie erhalten.“
Viele von ihnen waren über Stunden in der Innenstadt. Zum Beispiel, weil sie an der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) auf dem Burgplatz teilgenommen haben. Dort hatten verschiedene Organisationen aus der Stadt schon am Vormittag ihre Stände aufgebaut. Außerdem gab es eine Bühne und eine Hüpfburg.
Polizeieinsatz in Dortmund verzögert Neonaziaufmarsch
Einsatzkräfte bei einer Polizeiaktion in Dortmund-Dorstfeld
Der rechtsextreme Demozug ging allerdings erst nach 16 Uhr los. Grund dafür war unter anderem ein Einsatz in Dortmund-Dorstfeld, bei dem die Polizei heute Morgen Mitorganisatoren der Demo festgehalten hatte. Die Polizei hatte dort mit Hilfe eines Leiterwagens der Feuerwehr Flaggen der Rechtsextremen abgehängt, die an einer Hauswand angebracht worden waren. Ein 24-Jähriger, der die Beamten mit einem Gegenstand beworfen hatte, wurde vorläufig festgenommen.
Der Aufmarsch in Essen war am Hirschlandplatz gestartet und endete auf dem Kennedyplatz. Dort waren verschiedene Redner aufgetreten. Nach Beobachtungen von WDR-Reportern waren etwa 300 Menschen vor Ort. Sie waren umringt von tausenden Gegendemonstranten. Die Partei „Die Heimat“, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, hatte bundesweit mobilisiert. Sie selbst hatte im Vorfeld mit 500 Teilnehmenden gerechnet.
Keine Ausschreitungen bei Neonaziaufmarsch
Die Polizei hatte beide Lager voneinander getrennt, insgesamt sei es so sehr friedlich geblieben. Ein Polizeisprecher hatte dem WDR gegenüber geäußert, man sei mit „massiven Kräften“ in der Stadt unterwegs und auf jedes Szenario vorbereitet gewesen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen von WDR-Reportern vor Ort
- vorherige Berichterstattung
- Sprecher Polizei Essen
- Polizei Dortmund
Sendung: WDR.de, Tausende demonstrieren gegen Rechtsextreme in Essen, 01.05.2026, 17:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 01.05.2026, 12.45 Uhr