500.000 Lumen? Mit dem Lkw drüberfahren? Die Werbung des Herstellers klingt absurd. Im Test entpuppt sich die Taktische Taschenlampe von Shadowhawk dann aber doch als überraschend gute Taschenlampe: sehr hell, extrem widerstandsfähig und praktisch ausgestattet. Der Hersteller übertreibt zwar, das Produkt selbst liefert allerdings ab.

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Shadowhawk

Taktische Taschenlampe

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Taktische Taschenlampen wollen oft alles sein: Suchscheinwerfer, Notfallwerkzeug und kleiner Rammbock fürs Handschuhfach. Genau das verspricht auch das Produkt von Shadowhawk. Im Härtetest interessiert uns aber nicht das Werbegetöse, sondern ob sie im Alltag wirklich taugt.

Die taktische Taschenlampe von Shadowhawk im EinsatzWer mit seinen Werbeversprechen so dick aufträgt, muss auch etwas aushalten können! Wir haben die taktische Taschenlampe von Shadowhawk im Härtetest in die Mangel genommen

(Foto: Fabian M. Marchl)

Das Wichtigste in Kürze

  • Sehr hell ist sie tatsächlich, nur eben nicht absurd hell: Das Labor (CMC Engineering GmbH) maß mit vollem Akku maximal 1.500 Lumen statt der beworbenen 500.000.
  • Nach zehn Minuten reduziert sich die Lichtleistung in der höchsten Stufe, was nach thermischem Selbstschutz aussieht.
  • Stürze aus Nutzungshöhe, ein harter Schlag auf Glas und sogar ein LKW-Test brachten die Lampe nicht zum Aufgeben.
  • Griff, Handschlaufe, fünf Leuchtstufen samt Stroboskop und SOS sowie das Zubehör machen die Taschenlampe alltagstauglich
  • Die Bedienung kann etwas nerven, weil man die Stufen einzeln durchschalten muss; das Ausschalten per langem Tastendruck ist immerhin ein guter Ausweg

Ausstattung mit Licht und Schatten

Beim Zubehör geizt die Shadowhawk nicht. Akku, Batterien und Ladekabel liegen bei, dazu kann die Lampe über ihren USB-Anschluss sogar andere Geräte laden. Das ist kein Gimmick für die Verpackung, sondern im Auto, Keller oder bei Stromausfall tatsächlich praktisch.

Auch der Griff überzeugt: Die Lampe liegt sicher in der Hand, und die Sicherheitsschlaufe ist hier mehr als nur eine Pflichtbeilage. Sie verhindert, dass einem das Gerät bei hektischer Nutzung aus der Hand fällt.

Die taktische Taschenlampe von Shadowhawk ist extrem widerstandsfähig und bringt dabei noch ordentlich Leistung. Warum es die übertriebenen Werbeversprechen da noch gebraucht hat, ist mir wirklich nicht klar.

Fabian M. Marchl
Ressortleiter Alltagstests

Dazu kommen fünf Lichtmodi, darunter Stroboskop und SOS. Das ist zwar ordentlich, nur die Bedienung kostet Nerven. Wer von einer Stufe zur nächsten will, muss sich durch die Modi klicken wie durch eine schlecht sortierte Fernbedienungsschublade. Immerhin lässt sich die Lampe durch längeres Drücken ausschalten.

Weniger erfreulich: Die Ladezeit fällt eher lang aus, und auf der hellsten Stufe leert sich der Akku recht zügig. Da genau diese Stufe die Standardauswahl ist, nutzt man sie im Alltag naturgemäß besonders oft – und hat bereits nach etwa dreieinhalb Stunden keinen Saft mehr. Dafür hält sie in der mittleren Einstellung etwa neuneinhalb und im Sparmodus sogar stolze zwölfeinhalb Stunden.

Werbeversprechen in der Laborprüfung

Um das Werbeversprechen einordnen zu können: Eine ganz normale Haushaltslampe mit 60 W hat etwa 800 Lumen (also der Wert, der anzeigt, wie viel sichtbares Licht eine Lampe insgesamt abgibt). Der Hersteller gibt mit 500.000 Lumen also an, dass diese Taschenlampe die Leuchtkraft von rund 625 normalen Glühbirnen hat. Noch anschaulicher: Ein Stadion-Flutlicht kommt auf rund 217.000 Lumen. Die Herstellerangabe der Shadowhawk entspräche also der Leuchtkraft von zwei Flutern aus der Allianz Arena in München.

Mit dieser Werbezahl hat CMC Engineering, mit denen wir für diesen Test zusammengearbeitet haben, schnell aufgeräumt: Laut Messung des Labors erreicht die Shadowhawk mit vollständig geladenem 3,7-Volt-Lithium-Ionen-Akku maximal 1.541,14 Lumen nach 20 Sekunden in der höchsten Stufe. Das ist für eine Taschenlampe immer noch ordentlich hell, aber eben weit von den behaupteten 500.000 entfernt.

Kurz zur Erklärung: Lumen (lm) ist die Einheit für den Lichtstrom und gibt an, wie viel sichtbares Licht eine Lampe insgesamt abgibt. Je höher der Lumen-Wert, desto heller wirkt die Lichtquelle grundsätzlich — unabhängig davon, wie stark das Licht gebündelt ist.

Die CMC Engineering GmbH ist technischer Entwicklungs- und Systempartner für Lichttechnik, Antrieb und Elektronik. Im eigenen Lichtlabor vermisst CMC Leuchten, Lichtquellen und LED-Systeme mit moderner Messtechnik unter definierten Messbedingungen. Erfasst werden unter anderem Lichtstrom, Lichtausbeute, Farbtemperatur, Farbort, Farbwiedergabe, Spektrum sowie die räumliche Lichtstärkeverteilung. Die Messergebnisse werden dokumentiert und dienen als belastbare Grundlage für Produktbewertung, Entwicklung, Qualitätssicherung und technische Dokumentation.

Nach zehn Minuten fällt der Lichtstrom dann auf rund 500 Lumen, nach 20 Minuten auf rund 495 Lumen. Das ist zwar ein deutlicher Leistungsabfall, wirkt auf die Experten aber eher nach einer temperaturbedingten Leistungsdrosselung zum Selbstschutz.

Die taktische Taschenlampe von Shadowhawk wird in einer Ulbricht-Kugel geprüft.Ein Prüfingenieur des CMC Engineering-Labors untersucht das Abstrahlverhalten des Prüfmusters im lichttechnischen Versuchsaufbau

(Foto: Stephan Zimmermann / CMC Engineering GmbH)

Auch die übrigen Messwerte zeigen ein gemischtes Bild: Mit drei AAA-Batterien leuchtet die Lampe deutlich schwächer: Nach 20 Sekunden wurden rund 630 Lumen gemessen, nach zehn Minuten nur noch rund 160 und nach 20 Minuten nur noch rund 130 Lumen. Außerdem war dabei ein leises Brummen hörbar. Die Gehäusetemperatur lag nach 20 Minuten in der höchsten Stufe bei rund 38 Grad, nach wiederholtem Neustart-Betrieb bei ordentlichen 53 Grad. Technisch ist das unkritisch, in der Hand aber klar als heiß wahrnehmbar.

Beim Bau hat der Hersteller auch etwas getrickst: Die Leuchte ist mit IP67 angegeben, im Test drang jedoch Wasser zwischen Chip beziehungsweise Linse und den Linsenhalter ein. Hinzu kommt der Verdacht, dass die verbaute LED nicht dem beworbenen Originaltyp entspricht. Die gemessenen Farbtemperaturen lagen teils deutlich außerhalb dessen, was man vom angegebenen Vorbild erwarten würde.

Im Härtetest fahren wir die schweren Geschütze auf

Wo die Shadowhawk richtig punktet, ist ihre Widerstandsfähigkeit: Ein Fall aus normaler Nutzungshöhe konnte ihr nichts anhaben, sie funktionierte danach weiter wie zuvor. Auch das Einschlagen eines Fensters überstand sie. Die Lampe macht in solchen Momenten nicht den Eindruck eines empfindlichen Leuchtstabs, sondern eher den eines robusten Werkstattwerkzeugs mit LED vorne dran.

Tester schlägt eine Fensterscheibe mit der taktischen Taschenlampe von Shadow Hawk ein.Mit der taktischen Taschenlampe von Shadowhawk können Sie sich aus Notsituationen befreien

(Foto: Fabian M. Marchl)

Dass die taktische Taschenlampe das Gewicht eines LKWs aushält, wie der Hersteller so vollmundig verspricht, wollten wir ebenfalls nicht einfach so hinnehmen. Also haben wir einen LKW drüberfahren lassen!

Nachdem die beiden schweren Reifen drübergerollt waren, staunen wir: Das Teil funktioniert noch! Die Taschenlampe ist zwar etwas verbogen, und der Kopf lässt sich schwerer ausfahren, aber sonst ist alles noch okay. Hier zeigt die taktische Taschenlampe sehr eindrücklich, dass sie tatsächlich einstecken kann, was sie verspricht.

Ein LKW fährt über die taktische Taschenlampe von Shadowhawk.Werbeversprechen auf dem Prüfstand: Dass die Taschenlampe einen LKW überlebt, hätten wir nicht gedacht…

(Foto: Fabian M. Marchl)

Die taktische Taschenlampe liegt auf dem Boden, nachdem ein LKW darübergefahren ist.… aber nachdem der Brummi darüber gefahren ist, ist sie zwar leicht verbogen, funktioniert aber noch einwandfrei

(Foto: Fabian M. Marchl)

Der Härtetest zeigt aber auch: In Kinderhänden hat so ein Gerät nichts verloren! Die Lampe blendet stark, ist massiv gebaut und taugt im Zweifel eben nicht nur zum Leuchten. Achten Sie also unbedingt auf eine sichere Aufbewahrung.

Unser Fazit:Robuste Lampe, völlig übertriebene Werbung

Die taktische Taschenlampe von Shadowhawk ist deutlich besser, als die vollmundigen Werbeversprechen des Herstellers vermuten lassen. Sie ist hell, sehr widerstandsfähig, gut zu greifen und mit sinnvollem Zubehör ausgestattet. Da hätte es die absurde Werbung wirklich nicht gebracht.

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Die Grenzen bleiben trotzdem klar sichtbar: Die 500.000-Lumen-Behauptung ist blanke Fantasie, die Bedienung ist etwas umständlich, auf höchster Stufe sinkt die Leistung, und bei Dichtigkeit und Bauteilangaben bleibt ein schaler Beigeschmack. Trotzdem: Wer eine robuste Taschenlampe für Auto, Werkstatt, Keller oder als Notfallreserve sucht, bekommt hier ein gutes Gesamtpaket mit echtem Nutzwert. Nicht wegen, sondern trotz der Werbesprüche.

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