Von den negativen Preisen können Stromverbraucher unter Umständen auch profitieren. Möglich machen dies dynamische Stromtarife, die den Börsenpreisen folgen. Während klassische Stromtarife einen festen Preis pro Kilowattstunde Strom bieten, geben dynamische Tarife den Börsenstrompreis in gwessem Umfang an die Verbraucher weiter (natürlich plus Steuern und Abgaben). Voraussetzung ist ein intelligenter Stromzähler, ein Smartmeter. Bisher sind dynamische Stromtarife jedoch noch eine Nische, denn sie erfordern von den Stromkunden mehr Aufwand und mehr Logistik. 

Einer Umfrage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen zufolge, nutzten im Jahr 2024 etwa sieben Prozent der Haushalte einen dynamischen Stromtarif. In Deutschland gibt inzwischen etliche Anbieter von dynamischen Tarifen, darunter Spezialisten wie 1Komma und Tibber, aber auch Eon und auch einige regionale Strom-Unternehmen. 

Allerdings haben die dynamischen Tarife auch einen großen Nachteil, der seine Ursache ebenfalls in den stark schwankenden Börsenpreise für Erneuerbare hat: Ist der Strom an der Börse nämlich besonders teuer, wie etwas zur Dunkelflaute Anfang 2025, zahlen die Stromkunden diesen hohen Strompreis ebenfalls. Voraussetzung ist auf jeden Fall eine intelligente Steuerung und ein Batteriespeicher. 

Dann kann zum Beispiel das E-Auto und die Batterie geladen werden, wenn der Strom relativ billig ist. Die Strompreise waren sind heute am 01.Mai von 9:30 bis 17:15 Uhr negativ. Das heißt, dass zum Beispiel Tibber-Kunden trotz Steuern, Abgaben und Gebühren für ihren Strom nicht  nur teilweise nichts bezahlen mussten, sondern zeitweise sogar eine Gutschrift bekamen.