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Ein neuer Spitzname für Donald Trump zeigt wachsende Zweifel an Trumps Iran-Strategie.
Ein neuer Spitzname für Donald Trump macht an den Finanzmärkten der Wall Street die Runde – und zielt direkt auf seine Iran-Politik. Nach „TACO“ kursiert nun „NACHO“. Der Ausdruck bringt Zweifel zum Ausdruck, ob der US-Präsident den Konflikt um die Straße von Hormus beilegen kann. Grund dafür ist das ständige Hin und Her zwischen Washington und Teheran, das den weltweiten Ölhandel belastet.
Ein neuer Spitzname für Donald Trump zeigt wachsende Zweifel an Trumps Iran-Strategie. © © IMAGO / ABACAPRESS / ArchivbildVon TACO zu NACHO
Wie mehrere US-Medien berichten, geht der Ausdruck auf einen Vorschlag aus dem Umfeld von Wall-Street-Händlern zurück, den der Bloomberg-Kolumnist Javier Blas aufgegriffen habe.
„Wir dachten, wir bekommen ein TACO – ‚Trump Always Chickens Out‘ (Trump kneift immer). Aber bisher sehen wir ein NACHO – ‚Not A Chance Hormuz Opens‘ (keine Chance, dass Hormus öffnet)“, schrieb Blas auf der Plattform X. Gemeint ist damit, dass die wichtige Schifffahrtsroute trotz diplomatischer Signale geschlossen bleibt.
Die Straße von Hormus ist eine der zentralen Transportadern für Öl weltweit. Etwa ein Fünftel der globalen Rohölmenge passiert diese Meerenge. Seit Iran den Zugang blockiert hat und die USA im Gegenzug iranische Häfen abriegeln, stockt der Verkehr.
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Teheran hatte angeboten, die Route wieder freizugeben, falls Washington seine Maßnahmen beendet. Trump lehnt das laut Berichten ab, solange Iran sein Atomprogramm nicht einschränkt.
Die Folgen sind bereits deutlich sichtbar. In den USA sei der durchschnittliche Benzinpreis auf vier Dollar pro US-Gallone (rund 3,8 Liter) gestiegen – erstmals seit August 2022. Auch in Deutschland wurden die Preise in die Höhe getrieben und liegen jetzt bei circa 2,10 Euro pro Liter E10, so der ADAC. Händler und Investoren reagieren empfindlich auf jede Bewegung in dem Konflikt.
Spitznamen als politisches Signal
Der Begriff „NACHO“ knüpft an „TACO“ an, ein Akronym aus der US-Finanzwelt. Es steht für „Trump Always Chickens Out“ (Trump kneift immer) und beschreibt ein Muster, bei dem der Präsident harte Drohungen ankündigt, diese später aber zurücknimmt. Geprägt wurde der Begriff von einem Kolumnisten der Financial Times. Händler nutzten ihn mittlerweile, um Börsenbewegungen rund um Trumps Zollpolitik zu erklären.
Trump selbst weist solche Vorwürfe zurück. Auf Nachfrage bezeichnete er die Kritik als „die gemeinste Frage“ und erklärte: „Ich kneife immer? Davon habe ich noch nie gehört.“ Sein Vorgehen sei Teil von Verhandlungen.
Unterstützer im konservativen Sender Fox News versuchten später, den Begriff umzudeuten und präsentierten eine alternative Lesart von „NACHO“ als „Never Avoids Confronting Hard Obstacles“ (weicht schwierigen Herausforderungen nie aus), wie die britische Independent berichtet.
Streit mit Merz verschärft Ton
Parallel verschärft sich der Ton zwischen Washington und europäischen Partnern. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die US-Strategie im Umgang mit Iran kritisiert. Bei einer Schulveranstaltung in Nordrhein-Westfalen sagte er, „da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“. Zugleich erklärte er, die USA hätten „offensichtlich keine Strategie“. In solchen Konflikten müsse man nicht nur eingreifen, sondern auch einen Ausweg finden.
Einen Tag später reagierte Trump öffentlich. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Merz sei angeblich dafür, dass Iran über Atomwaffen verfüge. „Er weiß nicht, wovon er redet!“, erklärte der Präsident. Für diese Darstellung gibt es bislang keine bekannten Belege. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.)