Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ermittlungen: Südamerikaner wohl zum Kampf in Ukraine gezwungen

Aktualisiert am 02.05.2026 – 07:07 UhrLesedauer: 18 Min.

Ein russischer Soldat beim Training in der Ukraine (Symbolbild): Selbst in Peru sollen Soldaten für Putins Krieg angeworben werden.Vergrößern des Bildes

Ein russischer Soldat beim Training in der Ukraine (Symbolbild): Selbst in Peru sollen Soldaten für Putins Krieg angeworben werden. (Quelle: IMAGO/Stanislav Krasilnikov)

Die Ukraine hat offenbar russische Kampfjets angegriffen. Auch will Kiew seine Soldaten künftig besser bezahlen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

In Peru ermittelt die Justiz gegen mutmaßliche Rekrutierer von peruanischen Staatsbürgern für den russischen Militäreinsatz in der Ukraine. Die Peruaner, darunter ehemalige Militärangehörige und Polizisten, seien online mit trügerischen Angeboten für gut bezahlte Tätigkeiten im Sicherheitsbereich und anderen Berufen in Russland angeworben worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes am Freitag mit.

Vorliegenden Informationen zufolge wurden sie „nach Russland gebracht“ und dort „gezwungen, an Kampfhandlungen im Zuge des bewaffneten Konflikts zwischen Russland und der Ukraine teilzunehmen“.

Dem Angehörigen-Anwalt Percy Salinas zufolge sind 13 Peruaner im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ums Leben gekommen. Den Betroffenen seien Monatsgehälter zwischen 2000 und 3000 Dollar (zwischen 1700 und 2500 Euro) versprochen worden, sagte Salinas dem Fernsehsender N. Seit Oktober wurden ihm zufolge rund 600 Peruaner nach Russland gelockt.

Ukrainische Drohnenangriffe haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj der russischen Ölindustrie seit Jahresbeginn einen Schaden von umgerechnet mindestens sechs Milliarden Euro zugefügt. „Durch Einschläge, Stillstand und Verzögerungen bei Lieferungen“, zählte Selenskyj bei Telegram auf. Dabei hätten die Attacken im April ein neues Niveau erreicht, schrieb er. Drohnen würden inzwischen nicht nur weiter fliegen als je zuvor, sondern auch die Intensität der Angriffe sei auf Rekordlevel. Das wiederum führe zum stärksten Schrumpfen der russischen Gewinne aus der Ölindustrie seit Kriegsbeginn, zeigte sich Selenskyj überzeugt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor mehr als vier Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Dabei setzte das russische Militär auch auf den systematischen Beschuss des Hinterlands der Ukraine durch Drohnen und Raketen, wodurch Zivilisten getötet und verletzt, aber auch Infrastruktur beschädigt wurde.

Inzwischen beantwortet Kiew diese Taktik mit eigenen Drohnenschwärmen, die tief in russisches Gebiet vordringen und zuletzt sogar Ziele im Uralgebirge 2.000 Kilometer von der Grenze entfernt attackierten. Neben militärischen Objekten greift die Ukraine dabei bevorzugt Anlagen der Ölindustrie an, um den russischen Streitkräften die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Finanzierung des Kriegs zu erschweren. Symptomatisch ist eine anhaltende Serie von Attacken gegen den Petrolkomplex in der südrussischen Hafenstadt Tuapse. Mit dieser Taktik will Kiew Moskau dazu zwingen, den Krieg zu beenden.

Die Ukraine will im Sommer mit einer umfassenden Reform ihrer Streitkräfte dem Personalmangel bei der Infanterie und der Erschöpfung seit langem eingesetzter Soldaten entgegenwirken. Die Details der Pläne sollen im Mai ausgearbeitet werden, bevor die Umsetzung im Juni beginne, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag auf Telegram. Erste Ergebnisse müssten bereits im Juni vorliegen. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, der sein Amt im Januar mit dem Auftrag angetreten hatte, die Mobilmachung zu verbessern, sprach von einer „systemischen Transformation“ der Armee. Geplant seien unter anderem eine gerechtere Bezahlung, ein neues Vertragssystem mit klaren Dienstzeiten sowie eine transparente Rotationspolitik.