Nach dem 1. Mai steht in Berlin in einigen Stadtteilen das große Aufräumen an. Bereits in den Vorjahren hatte die Stadtreinigung BSR in Sonderschichten nach dem 1. Mai mehr als hundert Kubikmeter Müll eingesammelt. Außerdem wird die Polizei im Laufe des Tages eine Bilanz zu ihren Einsätzen vorlegen. Bereits am Abend sprach die Polizei von einem erneut sehr friedlichen Verlauf. In der Nacht sei es „noch ruhiger“ geworden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums dem Tagesspiegel am Samstagvormittag.

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Bis zum Abend hatte es keine größeren Störungen gegeben, wie ein Polizeisprecher sagte. Er berichtete von einer vorläufigen Festnahme am Rande der Demonstration „Revolutionärer 1. Mai“ mit linken und linksextremistischen Teilnehmern. Zwar sei die Stimmung bei der Demonstration auch aggressiv gewesen, aber es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben. Einige Teilnehmer hätten Pyrotechnik gezündet, Polizisten seien mit Gegenständen beworfen worden. Nach aktuellem Stand seien neun Einsatzkräfte leicht verletzt worden. 

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte am Samstag, dass der Vortag ruhig geblieben war. „Der 1. Mai in Berlin war friedlich“, postete Wegner auf X.

Vorläufige Bilanz: Festnahmen im mittleren zweistelligen Bereich

Die Polizei hatte am späten Abend eine positive vorläufige Bilanz gezogen. Im gesamten Tagesverlauf habe es Festnahmen im mittleren zweistelligen Bereich gegeben – sowohl bei den vielen Demonstrationen als auch bei den Straßenfesten und Feiern in Parks.

Die große Demonstration von linken und linksextremen Gruppen am Abend endete friedlich und ohne Gewaltausbrüche. Trotz zum Teil aggressiver Stimmung und der Teilnahme eines sogenannten schwarzen Blocks von Linksautonomen gab es keine Gewalt, Ausbrüche oder Angriffe auf die Polizei.

Feuerwehr verzeichnet 2050 Einsätze

Auch die Berliner Feuerwehr registrierte keine Angriffe auf Einsatzkräfte. Allerdings wurde ein Rettungswagen auf dem Weg in ein Krankenhaus beschmiert, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht, .

Von Freitagfrüh bis Samstagmorgen rückten die Kräfte den Angaben zufolge insgesamt zu 2050 Einsätzen in den Bereichen Rettungsdienst, technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung aus. Besonders belastet war der Rettungsdienst: 1657 Einsätze mussten die Teams bewältigen.

Am Abend häuften sich in Kreuzberg die Einsätze. Große Menschenmengen und dadurch versperrte Zufahrtswege erschwerten die Hilfeleistung. Um die Lage besser zu bewältigen, verlegten die Rettungskräfte die Einsatzmittel auf eine nahegelegene Feuerwache. Zudem richteten Feuerwehr und Polizei am Görlitzer Park eine Verletztensammelstelle ein, um die medizinische Hilfe zu bündeln. Gegen zwei Uhr in der Nacht entspannte sich die Lage deutlich.

Die Feuerwehr war eigenen Angaben zufolge auf den 1. Mai gut vorbereitet: Zusätzlich geplante Helferinnen und Helfer, darunter zahlreiche Kräfte der Hilfsorganisationen sowie der Freiwilligen Feuerwehren, wurden in Dienst gestellt. Im Rettungsdienst standen tagsüber acht und in der Nacht sieben Rettungswagen zur Verfügung.

Mit Blick auf Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung blieb es am 1. Mai bei einigen wenigen „größeren Einsatzlagen“, wie die Feuerwehr weiter mitteilte. In Kreuzberg brannten in der Ritterstraße drei Autos. Der Vollbrand konnte aber schnell gelöscht werden. Besondere Einsätze im direkten Zusammenhang mit Kundgebungen oder Versammlungen verzeichnete die Feuerwehr nicht.

Bereits vergangenes Jahr 1. Mai weitgehend gewaltfrei

Nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten sich am Tag der Arbeit in Berlin knapp 50.000 Menschen versammelt – besonders in Kreuzberg waren viele unterwegs. Die einen feierten ausgelassen, andere demonstrierten.

Im Tagesspiegel vor 80 Jahren Die SPD wieder aufgebaut

Bereits im vergangenen Jahr verlief der 1. Mai weitgehend gewaltfrei, trotzdem wurden bei den Demonstrationen etwas mehr als 70 Menschen wegen Verstößen und Störungen von der Polizei festgenommen. Oft ging es um Flaschen- und Böllerwürfe oder verfassungswidrige Propaganda. 

Görlitzer Park wegen Überfüllung geschlossen

Ein Aufräum-Schwerpunkt an diesem Wochenende dürfte der Görlitzer Park sein: Wegen der Massen an Menschen war der Görlitzer Park am Abend des 1. Mai geschlossen worden. Der Park wurde zwar nicht geräumt, aber die Menschen durften nicht mehr hineingehen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Ein Verlassen des Parks war jederzeit möglich. Mit der Maßnahme wolle man Platz für Rettungskräfte machen, wenn diese benötigt würden. 

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Wegen der Menschenmassen in Berlin-Kreuzberg waren auch die umliegenden Straßen für Autos gesperrt. Mehrere U-Bahnhöfe wurden geschlossen, die Züge hielten dort nicht mehr. Voller Menschen war auch der Mariannenplatz, als dort am Abend die Berliner Rapperin Ikkimel beim 1.-Mai-Fest der Linken auftrat. (mit dpa)