Zwischen sanften Pinselstrichen und der leisen Erinnerung an vergangene Wege öffnet in Friedberg eine besondere Ausstellung . Vom 10. bis 24. Mai lädt die Archivgalerie in der Pfarrstraße zu einer Retrospektive mit Werken des verstorbenen Künstlers Siegfried Hartl ein, die mehr ist als eine bloße Werkschau. Sie ist ein stilles Nachklingen eines Künstlerlebens und gleichzeitig eine Einladung, die vertraute Landschaft mit neuen Augen zu sehen.

Hartls künstlerischer Weg begann früh. Noch während seiner Schlosserlehre entdeckte er seine Leidenschaft für die Malerei im Stil der Münchner Schule. Was zunächst im Kleinen begann – mit Miniaturen, sorgfältig und detailverliebt – wuchs im Lauf der Jahre zu großformatigen Werken heran. Viele Motive hielt er direkt vor Ort fest, skizzierte sie frei Hand, um sie später zu Hause mit Ölfarben zum Leben zu erwecken.

Bekannte Orte Friedbergs sind auf den Bildern zu sehen

Sein Schaffen war dabei stets von einer besonderen Eigenständigkeit geprägt: Selbst die Rahmen seiner Bilder fertigte Hartl eigenhändig an. In seinen Werken spiegeln sich bekannte Orte aus Friedberg und der Umgebung, ebenso wie eindrucksvolle Tierdarstellungen und fein abgestimmte Naturstudien im Wechsel der Jahreszeiten. Und immer wieder taucht ein ganz persönliches Motiv auf – sein Garten. „Und mein schöner Blumengarten“, sagte er einst mit sichtbarer Freude, „der darf natürlich in meinen Gemälden auch nicht fehlen.“ Ein Garten, den er selbst angelegt hatte und der in seinen Bildern weiter blüht.

Zu den Höhepunkten seines künstlerischen Wirkens zählten große Ausstellungen, unter anderem im Foyer des Augsburger Zeughauses. Doch Hartl war nicht nur Maler. Mit der Kamera hielt er fest, was ihn bewegte – Orte aus dem Landkreis, Stimmungen, Licht. Sein liebstes Motiv jedoch blieb stets seine Frau Erika, die in vielen seiner Fotografien präsent ist.

Franz Reißner von den Friedberger Kunstspechten und Siegfried Hartl vor wenigen Jahren bei einer Ausstellung im Divano.

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Franz Reißner von den Friedberger Kunstspechten und Siegfried Hartl vor wenigen Jahren bei einer Ausstellung im Divano.
Foto: Noemi Luna Loibl

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Franz Reißner von den Friedberger Kunstspechten und Siegfried Hartl vor wenigen Jahren bei einer Ausstellung im Divano.
Foto: Noemi Luna Loibl

Über Jahre hinweg beteiligte sich Hartl an Gruppenausstellungen und engagierte sich gemeinsam mit anderen Augsburger Hobbymalern für den guten Zweck. Immer wieder flossen Erlöse an die „Kartei der Not“, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. „Uns war es immer wichtig, anderen Menschen zu helfen“, lautete sein Leitsatz.

Noch zu Lebzeiten äußerte Hartl den Wunsch, dass seine Werke nicht in Vergessenheit geraten sollten. Die Ausstellung in der Archivgalerie greift diesen Gedanken auf. Unterstützt von Franz Reißner und der Stadt Friedberg wird sie als Verkaufsausstellung organisiert. Der Erlös soll kulturellen und gemeinnützigen Einrichtungen zugutekommen – darunter die „Kartei der Not“, aber auch die Friedberger Schule für Musik. Wie zu Hartls Lebzeiten eben.

Hartl-Ausstellung in Friedberg: Öffnungszeiten

Rund 120 Werke warten darauf, neue Besitzer zu finden und ihre Geschichten weiterzuerzählen. Auch im Rathaus blickt man bereits mit Interesse auf die Sammlung. Bürgermeister Roland Eichmann kann sich offenbar vorstellen, einige der Arbeiten für die städtischen Kultureinrichtungen zu erwerben.

So wird diese Ausstellung zu einem leisen Vermächtnis: Sie bewahrt nicht nur das Werk eines Künstlers, sondern trägt es weiter – in neue Räume, neue Blicke und vielleicht auch in neue Erinnerungen.

Die Ausstellung mit Bildern aus dem Nachlass des Friedberger Künstlers Siegfried Hartl ist von 10. bis 24. Mai in der Archivgalerie Friedberg, Pfarrstraße 6, zu sehen; Vernissage ist am Samstag, 9. Mai. Die Bilder können erworben werden. Öffnungszeiten sind samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.