Es war ein entspannter Moment. Im Schatten saßen Manuel Baum und Alexander Frankenberger. Trainer und Co-Trainer des FC Augsburg hatten sich wenige Stunden vor Spielbeginn in ein Bremer Cafe zurückgezogen. Rund um die beiden herrschte bei herrlichem Wetter viel Trubel. Baum und Frankenberger aber hatten sich offenbar die richtigen Ideen für den Nachmittag ausgedacht. Die Augsburger gewannen vor 40.000 Fans mit 3:1 (2:0) bei Werder Bremen und blieben damit im fünften Spiel in Folge ohne Niederlage.

Neunter Platz ist das Mindestziel des FC Augsburg

Baum hatte am Donnerstag noch einmal das klare Ziel für die letzten drei Bundesliga-Spieltage formuliert: einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Neunter sind die Augsburger gerade, dieser Platz ist das Mindestziel für die noch folgenden zwei Partien. Vielleicht aber gelingt sogar noch ein Schritt weiter nach vorne.

Die Augsburger jedenfalls sind in starker Form, das haben sie in Bremen bewiesen. In der Anfangsphase schienen die Gastgeber gewillt, den für sie noch nötigen Sieg zum Klassenerhalt mit aller Macht erreichen zu wollen. Ein paar Fernschüsse, ein Kopfball – viel mehr gelang Bremen trotz Überlegenheit nicht. Der FCA dagegen wartete geduldig und setzte immer wieder Nadelstiche. Zweimal mit Erfolg, zweimal durch Anton Kade. Erst mit einem Flachschuss aus wenigen Metern nach hervorragendem Zuspiel von Michael Gregoritsch zum 0:1 (24.). Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem Kopfball nach Flanke von Dimitrios Giannoulis (45. +3). Der FCA ging mit einer 2:0-Führung in die Pause.

FCA ging mit 2:0 in die Pause – Bremen kam mit Schwung aus der Halbzeit

Baum hatte bereits recht früh wechseln müssen. Han-Noah Massengo hatte einen gebrauchten Tag erwischt. Seine Pässe waren ungenau, zudem leistete er sich eine frühe gelbe Karte. Es war seine fünfte in dieser Saison, erst ist gegen Mönchengladbach gesperrt. Zudem bestand die Gefahr, dass sich Massengo noch zeitnah die zweite gelbe Karte abholt – entsprechend nahm ihn Baum nach mehreren Hinweisen von Schiedsrichter Daniel Siebert in der 36. Minute vom Feld. Ihn ersetzte Kristijan Jakic.

Bremen wechselte dreifach nach der Pause. Die Gastgeber kamen mit mehr Schwung zurück und hätten beinahe den Anschlusstreffer erzielt. Finn Dahmen, der diesmal mit einer Bandage am rechten Ellbogen spielte, rettete spektakulär gegen Justin Njinmah (48.). Wenig später lag der Ball im Augsburger Tor, der Treffer allerdings zählte wegen vorherigen Abseits‘ nicht.

FCA macht in der brenzligen Schlussphase den 3:1-Sieg klar

In der 61. Minute hätte Alexis Claude-Maurice auf 3:1 erhöhen können, seinen Schuss aber wehrte Bremens Torwart Mio Backhaus stark ab, er hielt sein Team im Spiel. Die Bremer Hoffnungen auf Punkte stiegen in Minute 64 noch mehr. Romano Schmid traf mit einem fulminanten Schuss aus 17 Metern. Dahmen rutschte der Ball über die Fäuste, solche Schüsse hat der FCA-Torhüter schon abgewehrt. Es hätte noch eine brenzlige Schlussphase für die Gäste werden können, Kristijan Jakic aber beruhigte mit dem 1:3 (69.) nach einem Eckball die Situation.

Der Augsburger Fanblock war am Samstag nur spärlich gefüllt. Die aktive Fanszene sowie viele Fanklubs waren auf der Anreise mit der Bahn bei Dortmund wegen eines Defekts bei einem ICE steckengeblieben. Ein Ersatzzug musste organisiert werden, erst um kurz nach 17 Uhr war die Ankunft am Bremer Hauptbahnhof geplant. Zu spät für die rund 300 Augsburger Anhänger, die deshalb die Rückreise antraten und den verdienten Auswärtssieg ihrer Mannschaft nicht miterlebten.