Die Veröffentlichung der Steam Machine im Jahr 2026 steht unter keinem guten Stern. Laut Valve-Hardware-Designer Lawrence Yang wird der anhaltende Mangel an Arbeitsspeicher die Preisgestaltung und Verfügbarkeit kommender Hardware-Produkte massiv beeinflussen.
Während der neue Steam Controller am 4. Mai für 99 EUR erscheint, bleibt das Preisschild der eigentlichen Konsole aufgrund der Marktsituation ungewiss. Das betrifft nicht nur Valve, auch Microsoft schlug bereits ähnliche Töne an, die Sony ebenso betreffen.
KI-Boom sorgt für leere Lager
Der Hauptgrund für die prekäre Lage ist der enorme Hunger von KI-Rechenzentren nach Arbeitsspeicher, soweit nichts Neues. Laut Branchenberichten beanspruchen diese im Jahr 2026 bis zu 70 % der weltweiten DRAM-Produktion. Für Consumer-Hardware wie die Steam Machine bleibt da nur der teure Rest. Lawrence Yang stellte im Interview mit PC Gamer klar, dass diese Entwicklung „unvermeidbar“ alles beeinflussen werde, was Valve produziert.
- Steam Controller: Erscheint termingerecht am 4. Mai, da er keinen RAM benötigt. Preis: 99 € / 99 $.
- Steam Machine: Geplanter Release 2026, aber ohne festes Datum oder finalen Preis.
- Ursache: Priorisierung von Speicher für generative KI-Infrastruktur; steigende Zölle und Importkosten.
Dass Valve den Controller separat und zeitnah auf den Markt bringt, ist eine rein strategische Entscheidung. Das Gerät dient als Vorbote für die Steam Machine und soll das „Steam Deck-Gefühl„, inklusive Trackpads und TMR-Sticks, ins Wohnzimmer bringen. Da hier kein Arbeitsspeicher verbaut ist, konnte Valve die Produktion trotz der Krise durchziehen – wenngleich Yang zugibt, dass auch hier die Kosten bereits über den ursprünglichen Planungen liegen.
PC-Hardware am Limit
Die Situation ist für Valve doppelt bitter. Die Steam Machine soll eigentlich als PC-Alternative im Wohnzimmer gegen PS5 Pro und Nachfolger antreten. Doch während Sony und Microsoft langfristige Lieferverträge für ihre Komponenten haben, trifft die Volatilität des RAM-Marktes einen Hersteller wie Valve, der eher in kleineren Chargen denkt, deutlich härter. Historisch erinnert dies an die GPU-Krise durch Krypto-Mining, nur dass diesmal der Arbeitsspeicher zur Mangelware wird.
Wer auf eine günstige „Konsole“ von Valve gehofft hat, sollte seine Erwartungen dämpfen. Wenn RAM-Module im Einkauf fast doppelt so teuer sind wie im Vorjahr, wird die Steam Machine entweder deutlich teurer als ursprünglich geplant oder Valve muss sie – ähnlich wie das Steam Deck – massiv subventionieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Eine weitere Option wäre eine Barebones Edition, bei der die Spieler den RAM seperat erwerben oder bereits vorhandenen selbst einbauen. Wer im Wohnzimmer mit SteamOS zocken will, sollte den 4. Mai für den Controller nutzen, beim eigentlichen PC aber mit einem „Early-Adopter-Aufschlag“ rechnen.
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