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Der Koffer ist gepackt, das Ticket bereit – trotzdem kann die Reise am Flughafen enden. Seit Ende Februar ist das für UK-Reisende Realität.
London – Laut den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes ist seit dem 25. Februar 2026 für visumfreie Reisende eine gültige ETA oder ein anerkannter Ausnahmetatbestand für die Einreise ins Vereinigte Königreich verpflichtend. Ohne diese Voraussetzung können Fluggesellschaften und andere Beförderungsunternehmen die Mitnahme verweigern. Das betrifft auch Millionen Menschen aus Deutschland, die jedes Jahr nach Großbritannien reisen.
Wer nach Großbritannien möchte, muss eine elektronische Einreisegenehmigung beantragen. (Archivbild) © Thomas Trutschel/imago
Die Electronic Travel Authorisation (ETA) war bereits im Oktober 2023 eingeführt worden und galt seit April 2025 auch für EU-Bürger, wurde allerdings laut ZDF nicht strikt kontrolliert. Nach einer Übergangsphase setzte die britische Regierung die Regelung ab dem 25. Februar 2026 konsequent durch – seitdem können Fluggesellschaften Passagiere ohne gültige ETA am Abflugschalter zurückweisen.
ETA für UK: So teuer ist die Genehmigung und davor warnen Verbraucherzentralen
Die Genehmigung kostet derzeit 20 britische Pfund – umgerechnet etwa 23 Euro. Der Antrag ist ausschließlich über die offizielle britische Regierungswebsite unter gov.uk oder die kostenlose App „UK ETA“ möglich. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) empfiehlt, die ETA frühzeitig zu beantragen. Die Genehmigung wird zwar in den meisten Fällen innerhalb weniger Minuten erteilt, kann in Einzelfällen jedoch auch länger dauern.
Einmal ausgestellt, ist die ETA an den jeweiligen Reisepass gebunden und gilt für mehrere Einreisen innerhalb von zwei Jahren. Sie erlischt automatisch, sobald der zugehörige Reisepass abläuft. Auch Kinder benötigen nach Angaben des EVZ eine eigene Genehmigung.
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Das EVZ warnt zudem ausdrücklich vor inoffiziellen Drittanbietern, die bei der Online-Suche nach der ETA prominent erscheinen und teils deutlich überhöhte Gebühren verlangen. Dem Zentrum lägen bereits konkrete Fälle vor, in denen Reisende über solche Vermittler erheblich mehr zahlten als nötig – oder am Ende gar keine gültige ETA erhielten. Als Erkennungszeichen unseriöser Anbieter nennt das EVZ unter anderem das Fehlen der Domainendung „.gov.uk“, fehlende Impressumsangaben sowie das Werben mit angeblichen Express-Genehmigungen.
Elektronische Einreisegenehmigungen: EU und UK bauen neue Kontrollsysteme für Reisen auf
Wie die Tagesschau berichtete, plant die Europäische Union ihrerseits ein ähnliches System namens ETIAS – das dann auch für britische Staatsangehörige bei der Einreise in den Schengen-Raum gelten soll. Die Einführung ist für Ende 2026 geplant.
Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 endete für EU-Bürger das Recht auf Freizügigkeit im Vereinigten Königreich. Die Einreise, die zuvor oft mit dem Personalausweis möglich war, erfordert seitdem einen Reisepass. Mit der Einführung der ETA baut London sein eigenes Grenz- und Einreisesystem weiter aus – die elektronische Genehmigung ist dabei eine der deutlichsten Veränderungen für Reisende aus der EU. (Quellen: Auswärtiges Amt, ZDF, Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, Tagesschau) (jal)