Es ist eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann: Acht bis zehn Tonnen. Jeden Tag. Das ist kein regulärer Abfall, sondern das Ergebnis von Ignoranz und Dreistigkeit. Während die Stadt Essen versucht, der Lage mit Putztrupps Herr zu werden, kocht in der Politik eine Debatte hoch, die tief in unsere Privatsphäre eingreifen könnte.
Geht es den Müll-Sündern jetzt mit technischer Aufrüstung an den Kragen?
Müllberge in Essen: Sollen Kameras nun das Problem lösen?
Christian Hermanni vom Entsorgungs-Trupp zeichnet ein düsteres Bild vom täglichen Wahnsinn: „Tag für Tag, zwischen acht und zehn Tonnen, jeden Tag. Jeden Tag“, berichtet er gegenüber Sat.1 NRW. Christian Hermanni vom Entsorgungs-Trupp zeichnet ein düsteres Bild vom täglichen Wahnsinn: „Tag für Tag, zwischen acht und zehn Tonnen, jeden Tag. Jeden Tag“, heißt es weiter.
📌 Fakten
- 8 bis 10 Tonnen: Soviel illegalen Müll sammelt das Essener Team jeden Tag ein.
- 0 Euro: Soviel kostet die legale Sperrmüll-Abholung in Essen.
- 5.000 Euro: Das ist das maximale Bußgeld für illegale Entsorgung.
- 7 Jahre: Solange ist der spezielle Entsorgungs-Trupp bereits im Dauereinsatz.
Die Dreistigkeit der Müll-Sünder aus Essen kennt dabei keine Grenzen. Ein weiterer Zuständiger erinnert sich an einen besonders krassen Fall: „Da sind die einfach hingegangen und haben mit so einem Siebeneinhalbtonner ihre Paletten mit Essensresten vom Markt einfach abgestellt. Und wir mussten das auch laden. Das ist zwar nicht schön, aber es muss ja gemacht werden.“ Das Unfassbare: In Essen kostet die Sperrmüll-Anmeldung keinen Cent. Trotzdem landen Matratzen, Sofas und Paletten einfach auf dem Bürgersteig. Werden die Täter erwischt, blühen Bußgelder von bis zu 5.000 Euro.
Gratis-Sperrmüll? Den Tätern egal
Doch die Abschreckung verpufft – bisher ist es fast unmöglich, den Müll-Frevlern die Tat im Nachhinein nachzuweisen. Die SPD in NRW will nun härtere Geschütze auffahren: Videoüberwachung an den Brennpunkten. Jochen Ott, SPD-Fraktionsvorsitzender, weiß zwar, dass man nicht jede Ecke filmen kann, setzt aber auf den Abschreckungseffekt: „Aber wenn wir mit Videoüberwachung zumindest in den innenstadtnahen Bereichen dafür sorgen, dass die Grünflächen, dass die Parkanlagen, aber auch, dass die Müllcontainerstandorte vor Ort nicht zugemüllt werden, dann wäre das schon viel wert. Und die Abschreckung alleine, da bin ich ganz sicher, wird den ein oder anderen abhalten.“
Doch ausgerechnet die Männer, die den Dreck täglich wegräumen, sind skeptisch. Christian Hermanni befürchtet einen Katz-und-Maus-Spiel-Effekt: „Natürlich wäre es aus Sicht der Entsorgungsbetriebe Essen und wahrscheinlich aller Entsorger schön, wenn wir ein bisschen Videoüberwachung hätten. Nichtsdestotrotz ist es wahrscheinlich so, dass sich dann die Müllablagerungen einfach verlagern, zwei Straßenzüge weiter.“
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Ob Kameras die Rettung sind oder die Müll-Berge nur wandern – den Anwohnern in den betroffenen Vierteln ist die Methode mittlerweile egal. Sie haben die Nase voll vom Gestank und dem Anblick der Müllkippen vor ihrer Haustür. Sie wollen nur eines, dass das Problem endlich verschwindet.
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