Eine Antiheldin, die sich an keine Regeln hält? Ein Film, der ihr fast zwei Stunden gibt, um sich richtig auszutoben? Und unzählige schräge Einfälle, die in den düster-ernsten Comic-Adaptionen aus dem Hause DC meist keinen Platz haben? Wenn ihr diese Kombi für euer Abendprogramm sucht, seid ihr bei Amazon Prime genau richtig.
Der Streaming-Dienst hat diese Woche den unterschätzten DC-Blockbuster Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn in seinen Katalog aufgenommen. Ab sofort könnt ihr den unterhaltsamen und extrem kurzweiligen Film mit Margot Robbie im Abo streamen. Macht euch auf ein unangepasstes Comic-Spektakel gefasst.
Birds of Prey bei Amazon Prime: Margot Robbies Harley Quinn stellt das DC-Universum auf den Kopf
Bereits in Suicide Squad aus dem Jahr 2016 haben wir Margot Robbie als Harley Quinn auf der großen Leinwand kennengelernt. Vier Jahre später kehrte sie mit ihrem eigenen Solofilm zurück, um mit dem DC-Desaster abzurechnen – oder zumindest mit dem umstrittenen Joker von Jared Leto, mit dem sie eine toxische Beziehung hatte.
Was folgt, ist keine klassische Rachegeschichte, denn genau genommen taucht der Joker gar nicht auf. Harley findet dennoch einen Weg, die Gefühle, die sie in sich angestaut hat, auf möglichst chaotische und spektakuläre Weise rauszulassen. An die Konsequenzen ihres rücksichtslosen Handelns verschwendet sie dabei keine Gedanken.
Mit dieser Einstellung macht sich Harley viele Feinde, aber auch ein paar unerwartete Verbündete. Während sie der sadistische Gangsterboss Black Mask (Ewan McGregor) am liebsten ums Eck bringen würde, schließt sich Harley mit drei schlagfertigen Frauen zu den Birds of Prey zusammen, um dem Bösewicht Paroli zu bieten.
Neben den Vigilantinnen Huntress (Mary Elizabeth Winstead) und Black Canary (Jurnee Smollett) gehört auch die zynische Detektivin Renee Montoya (Rosie Perez) zu dem dysfunktionalen Team, das von einer Katastrophe in die nächste stolpert und sich am Ende aus einem Gruselkabinett voller finsterer Gestalten herausprügelt.
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Samstagabend-Blockbuster bei Amazon Prime: Birds of Prey ist ein wilder, eigenwilliger Genre-Mix
Birdy of Prey greift auf ikonische Motive aus den alten Batman-Filmen zurück. Vor allem der Geist von Tim Burton schwebt über dem Finale des Films. Actiontechnisch ist derweil eindeutig die Handschrift von John Wick-Mastermind Chad Stahelski zu erkennen, der hier als Second-Unit-Regisseur sein Können unter Beweis stellt.
Regisseurin Cathy Yan und Drehbuchautorin Christina Hodson haben Birds of Prey jedoch nicht nur auf mitreißende Fight-Szenen ausgelegt. Ein großer Reiz des Films ist ebenfalls der verplante, widerspenstige Eigensinn, der zwischen Crime-Thriller und Hangout-Movie schwankt und komplett von seiner Hauptdarstellerin getragen wird.
Margot Robbie lebt und atmet Harley Quinn wie nur wenige andere DC-Stars ihre Figuren, angefangen bei dem Voice-over zwischen gelangweilt und genervt bis zu der großartig getimten Situationskomik. Ein DC-Abenteuer, das sich viele kreative Freiheiten nimmt und mehr von einem Eier-Sandwich als von seiner Mythologie besessen ist.
Ein besonderes Highlight ist eine in Rot getauchte Musical-Sequenz, die sich vor dem Hollywood-Kino der 1950er Jahre verbeugt und Harley Quinn zur Marilyn Monroe des DC-Universums werden lässt. Apropos: Ihr müsst eigentlich keinen der anderen Filme gesehen haben, um diesen ausgelassenen Comic-Spaß genießen zu können.