WM 2026

Nürnberg erteilt Public Viewing eine Absage

Aktualisiert am 02.05.2026 – 04:53 UhrLesedauer: 2 Min.

imago images 0581247567Vergrößern des Bildes

Public Viewing in Nürnberg: Diesmal wird zur Männer-Fußball-WM 2026 kein gemeinschaftliches Schauen organisiert. (Quelle: IMAGO/Dwi Anoraganingrum/imago)

Ohne Sponsoren kein Großbild: Drei Monate vor dem Start der Männer-Fußball-WM sagen Nürnbergs Veranstalter Public Viewings ab. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Schlechte Nachrichten für alle Fußballfans: Sie werden zur bevorstehenden Männer-Fußball-Weltmeisterschaft auf kollektiven Freudentaumel oder gemeinschaftliches Bangen verzichten müssen.

„Ein klassisches Public Viewing, das alle Spiele der DFB-Elf ab der Vorrunde auf großer Fläche zeigt, wird es 2026 von unserer Seite nicht geben“, erklärt Markus Mende, Sprecher der Nürnberger Eventagentur werk :b. Der „Wunsch ist da“, jedoch sei die „Machbarkeit aufgrund der Faktoren hier so nicht gegeben“. Die Agentur hatte die vergangenen großen Fan-Veranstaltungen ausgerichtet, mal an der Wöhrder Wiese, mal auf einer Fläche neben dem Flughafen.

Ein Grund sei diesmal die fehlende Finanzierung, also das Ausbleiben von Sponsoren: „Bei dieser WM standen die Unternehmen dafür keineswegs Schlange.“ Jedoch seien Partner „zwingend erforderlich“, um das finanzielle Risiko solcher Großveranstaltungen abzufedern.

Auch organisatorisch seien die Hürden zu hoch: Die früher genutzte Fläche am Nürnberger Flughafen sei durch Festivals bis Anfang Juli blockiert. Zudem bedeute die lange Turnierdauer „einen extrem hohen Kosten- und Materialaufwand“, sagt Mende. Außerdem macht es der Spielplan schwer: Von acht möglichen Deutschlandspielen liegen maximal vier in besucherfreundlichen Anstoßzeiten, heißt es weiter. Viele Partien finden wegen der Zeitverschiebung aus deutscher Sicht nachts statt.

Immerhin: In der „Sommerinsel Schütt“ auf der Insel Schütt, ehemals Stadtstrand, sollen, organisiert von werk :b, „einige Spiele“ gezeigt werden. Mende ergänzt: „Und es gibt viele Kneipen und Biergärten, die es uns gleichtun.“

Und noch einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Fußballfans: „Was wir aktuell nicht ausschließen wollen, ist, dass wir zum oder ab dem Viertelfinale etwas auf die Beine stellen“, fügt Mende noch hinzu. Das allerdings wäre „ein echter Kraftakt“. Mit der Stadt stünden sie in „sehr engem Austausch“.

Die Stadt Nürnberg selbst will keine Lücke füllen. Der Abteilungsleiter des Ordnungsamts, Robert Pollack, teilt auf Nachfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online mit, man plane weder Public Viewing noch anderes WM-Rahmenprogramm. Das Veranstalten und Finanzieren von Public Viewings sei keine kommunale Aufgabe. Nürnberg habe „noch nie Public Viewings oder ein Rahmenprogramm zu EMs und WMs veranstaltet“. Mit Ausnahme der WM 2006, als die Stadt Spielort war. Aktuell lägen zudem „noch keine Anträge“ anderer Veranstalter vor.