Nicht schlecht staunten am frühen Freitagmorgen die ersten Spaziergänger im Bürgerpark. Am Schwanenweiher entdeckten sie ein Bootshaus samt Rettungsboot der Feuerwehr.

„Ein neues Bootshaus musste her, denn die Wörther sind ja wer. Trocken, warm und einfach toll, hoffentlich läuft’s neue Boot nicht wieder voll“, stand am Bootshaus auf einem Plakat zu lesen, verbunden mit dem Einladung zur Einweihung des neuen „Bootshauses am Schwanenweiher“ der „Feuerwehr-Einheit Schwanenweiher“ am 1. Mai. „Die Hexennacht hat in der Südpfalz einmal mehr gezeigt, dass Humor und Feuerwehr gut zusammenpassen“, so die Feuerwehr in einer Pressemitteilung am Freitagmorgen.

Das Boot lag ordentlich vertäut an einem frisch errichteten Steg, daneben – kaum zu übersehen – ein kleines Bootshaus. „Alles wirkte erstaunlich professionell, fast so, als wäre die Anlage schon immer Teil des Bürgerparks gewesen“, schreibt die Feuerwehr weiter. Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang nicht bekannt. Fest steht nur: Jemand hat sich offensichtlich viele Gedanken gemacht – und ein feines Gespür für lokale Feuerwehrhistorie bewiesen.

Erinnerung an frühere Hexenstreiche

Hintergrund des Hexenstreichs ist die kürzlich vom Stadtrat verabschiedete Feuerwehrbedarfsplanung. Die sieht für die Feuerwehren in Wörth und Maximiliansau den Baus von Bootshäusern vor – am Rhein wohlgemerkt. Aktuell stehen die Boote auf Anhängern und müssen im Notfall erst zu Wasser gelassen werden, deshalb empfehlen die Experten den Bau von Bootshallen, die müssten permanent im Wasser sein. Der Wunsch der Hexen, das neue Boot möge nicht wieder volllaufen, ist wohl als Hinweis auf den schlechten Zustand der Wörther Rettungsboote gedacht. Für die Wehr in Maximiliansau wurde kürzlich ein neues Boot bestellt.

Die Szenerie erinnere unweigerlich an frühere Hexennachtaktionen zwischen Feuerwehren der Region, meint die Feuerwehr. Erst letztes Jahr hatte ein Streich in Kandel für Heiterkeit gesorgt, bei dem ein Rettungsboot mit prominenten Puppenbesatzungen im Schwanenweiher auftauchte – eine liebevolle Erinnerung an gemeinsame Hochwassereinsätze und die enge Zusammenarbeit der örtlichen Wehren. Auch diesmal stehe weniger der Spott als vielmehr das kameradschaftliche Augenzwinkern im Vordergrund. „Die Umsetzung mit Boot, Steg und Bootshaus zeugt von handwerklichem Geschick, logistischer Planung und – nicht zuletzt – viel Sinn für Humor“, steht in der Pressemitteilung. Beschädigt wurde nach bisherigen Erkenntnissen nichts, vielmehr sorgte die Aktion für zahlreiche Lacher und Handyfotos.

Die Einladung zur Einweihung am 1. Mai. Die Einladung zur Einweihung am 1. Mai.Foto: Tobias Schäfer, Freiwillige Feuerwehren VG Kandel