Florian Kastenmeier kämpfte sich durch die TV-Interviews, Tim Oberdorf rang nach Worten – und während um sie herum alles in königsblauem Jubel versank, blickte Fortuna auf die 90 Minuten zurück und schon in die nahe Zukunft. Diese 0:1-Niederlage auf Schalke tat weh, nicht nur weil sie den Gastgebern den Aufstieg in die Bundesliga bescherte. Minutenlang bebte die Arena, auf den Rängen und dem Rasen kannte die Ekstase keine Grenzen. Und mittendrin standen die Düsseldorfer, die sich am späten Freitagabend im Bauch der Arena fragten, wie sich ein Zweitliga-Spiel, das Mut machte, am Ende doch so bitter anfühlen konnte.

Kostenpflichtiger Inhalt Und trotz der Enttäuschung über das 0:1 war im Lager der Rheinländer niemand niedergeschlagen – im Gegenteil. „Wir müssen es als Entwicklung sehen. Wir hatten Magdeburg als erstes Spiel von Alex, dann Dresden. Das dritte haben wir hier gut gespielt, und darauf müssen wir aufbauen“, sagte Sportvorstand Sven Mislintat und bezog sich dabei auf den neuen Coach Alexander Ende. Der 46-Jährige richtete nach dem Auftritt seiner Mannschaft mitten in der Schalker Partynacht ebenfalls den Blick nach vorne. „Wir haben jetzt in zwei Spielen die richtigen Signale gesendet“, sagte der Coach, der mit den Rot-Weißen auch auf Schalke an den Dresden-Sieg anknüpfen wollte.

Das gelang zwar ergebnistechnisch nicht, doch die Leistung machte Mut. „Die Haltung ist gut. Die Jungs haben gefightet und waren füreinander da. Sie haben die wichtigen Signale gesendet und gezeigt, dass wir für etwas gut sind“, berichtete Ende. „Es hat ein kleines bisschen gefehlt, und das müssen wir draufpacken.“ Das dann am kommenden Sonntag, wenn die SV Elversberg ab 13 Uhr in Düsseldorf gastiert. Gegen die Saarländer baut Ende auf den Faktor Fans – jene, die zu S04 hielten, halfen den Schalkern am Freitagabend auf den Rängen enorm.

Diesen Effekt erhofft sich Ende nun aufseiten der Fortuna gegen Elversberg. „Wenn man sich vorstellt, dass wir hoffentlich am Sonntag mit 50.000 Zuschauern, die uns im Rücken stehen, spielen, dann müssen wir ganz viel von Freitag (das Dresden-Spiel, Anm. d. Red.) transportieren“, betonte Ende. „Wir werden von den Jungs draußen getragen. Dieses Zusammenspiel kann mehr Kraft und mehr Emotionen bewirken.“ Darauf baute auch Mislintat. „Das wird gegen Elversberg ein ganz anderes Spiel mit einem anderen Ansatz des Gegners. Es gibt Dinge, auf die wir aufbauen können. Hoffentlich mit 50.000 und einer richtig geilen Atmosphäre und in jedem Zweikampf so, wie wir es gegen Schalke gemacht haben.“ Dann ist gegen die SVE vielleicht etwas drin, um in diesem Spiel Punkte für den Ligaverbleib zu sammeln.