Ein Bildschirm kann den Blick fesseln und eine Form von Wirklichkeit vermitteln, aber niemals die sinnliche Wucht einer Live-Erfahrung ersetzen, wie sie etwa bei einem Rock-Konzert entsteht. Was sich hier im Idealfall zwischen Protagonisten und Publikum entfaltet, ist eine elektrisierende Atmosphäre, getragen von Gitarren-Riffs, Drums und charismatischer Stimme. Bei „Running for the Best“, dem Bandwettbewerb des Kreisjugendrings (KJR) München-Land, der vor 35 Jahren seine Premiere feierte, geht es um harten Rock – aber natürlich auch um sphärische Klangteppiche, wummernde Bässe, Hip-Hop, Elektro-Beats oder die Songwriter-Ballade. Stilistisch sind die Grenzen offen, die Gewinner des Wettbewerbs 2025/26, die Münchner Band „Man Fat“, überzeugten mit Indie-Punkrock.
Rund 500 Acts haben bei „Running for the Best“ mitgemacht, seit der Sozialpädagoge und Musiker Franz Meier-Dini 1991 im Haarer Jugendkulturhaus „Route 66“ den „Newcomer Contest“ ins Leben gerufen hat. Ziel: jungen Musikern und Musikerinnen aus der Region eine Bühne zu bieten und die Chance, diese als Sprungbrett zu nutzen.
Zum 35-Jährigen nimmt der Wettbewerb, der in Jugendzentren im Landkreis München stattfindet, größere Dimensionen an: Es gibt mehr Auftrittsmöglichkeiten und zahlreiche Gewinne. Hauptpreis ist ein Auftritt beim „Oben Ohne“-Open-Air 2027 auf dem Münchner Königsplatz.
Die Bewerbungsphase startet Anfang Mai
Von diesem Montag, 4. Mai, an können sich Musiker und Musikerinnen aus der Region und der Stadt bewerben unter www.runningforthebest.de, die Frist geht bis 5. Juli. Teilnahmeberechtigt sind Solisten und Gruppen mit einem Altersdurchschnitt von maximal 27 Jahren, die bevorzugt im Landkreis München wohnen oder proben. Auch Bewerbungen aus angrenzenden Regionen sind willkommen, wie es in der Pressemitteilung des KJR heißt.
Vergangenes Jahr bewarben sich mehr als 50 Bands. „Mit den zwei zusätzlichen Halbfinals schaffen wir jetzt noch mehr Raum für die Acts. Und im Jubiläumsjahr steht für uns vor allem eins im Fokus: gemeinsam feiern“, erklärt Organisatorin Carina Lange vom KJR München-Land in Pullach. Der Wettbewerbsgedanke rücke ein Stück in den Hintergrund.
Beim Finale 2024 in Kirchheim eröffnete die Freisinger Band „June Calls“ den Wettbewerb. Sieger wurde das Trio „Loop Roots“ aus Haar. Sebastian Gabriel
Insgesamt wird es im Herbst und Winter 2026 vier Vorrunden und zwei Halbfinals geben. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Publikum, das über das Weiterkommen bestimmt, und am Ende auch, wer gewinnt. Zudem gibt es beim Finale im Januar 2027 im Münchner Feierwerk eine Fach-Jury, die einen Preis vergibt: ein Tag im Tonstudio sowie ein Auftritt und Interview beim Videoformat „Lowkey Local“. Alle Finalisten erhalten Gutscheine eines Musikhauses und einen professionell produzierten Live-Mitschnitt eines Songs. Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre zählen „Loop Roots“ aus Haar, „Falschgeld“ aus Inning am Ammersee und „As it rains“ aus Unterföhring.