Zahl überwältigt

Nordsee verliert zusehends beliebte Touristenattraktion

03.05.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.

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Touristen an einem Nordseestrand (Symbolfoto): Für viele Urlauber gehört der Anblick der Vehikel zur Küste einfach dazu. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen/imago)

Krabbenkutter gehören an der Nordsee zum typischen Bild – doch genau dieses könnte sich bald verändern. Ein staatliches Programm sorgt dafür, dass viele Boote verschwinden.

An der deutschen Nordseeküste, auch bei Bremern als Urlaubsziel sehr beliebt, stehen einschneidende Veränderungen bevor: Zahlreiche Fischer wollen ihre Kutter stilllegen. Entsprechend groß ist der Andrang auf ein Förderprogramm der Bundesregierung, das den Rückbau der Flotte finanziell unterstützt. Bereits in der ersten Runde gingen deutlich mehr Anträge ein, als Geld zur Verfügung steht.

Bis Ende März wurden 48 Anträge gestellt, teilte die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Damit ist der erste Fördertopf überzeichnet – selbst geeignete Bewerber könnten leer ausgehen.

Ziel des Programms ist es, die Zahl der Fischkutter an der Nordsee deutlich zu reduzieren. Rund 30 Prozent der Flotte sollen langfristig verschwinden. Dafür stellt der Bund insgesamt 20 Millionen Euro bereit, vor allem für die Krabbenfischerei, aber auch für Plattfischfänger.

Für viele Küstenorte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat das spürbare Folgen. Die Kutter prägen bislang Häfen, Promenaden und das touristische Bild – doch genau dieses vertraute Panorama dürfte sich verändern. Schon Ende dieses Jahres könnten deutlich weniger Boote in den Häfen liegen.

Hintergrund ist die schwierige Lage der Branche. Fanggebiete werden knapper, unter anderem durch Offshore-Windparks und neue Schutzgebiete. „Wir bringen die Leistungsfähigkeit der Fischereiflotte und die tatsächlichen Fangmöglichkeiten wieder ins Gleichgewicht“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zum Start des Programms.

Für viele Fischer ist das Fördergeld eine der letzten Optionen. Der Verkauf der Boote lohnt sich oft nicht mehr, auch Nachfolger fehlen. Viele Kutter sind zudem in die Jahre gekommen. Dabei verzeichnete die Branche zuletzt überraschend gute Zahlen. Selbst Großprojekte wie das Vorhaben „Kuno“ haben offenbar nicht zu einer Trendwende geführt. Mehr dazu gibt es hier.

In der ersten Runde könnten voraussichtlich jeweils sieben bis acht Krabbenkutter in Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus dem Betrieb genommen werden, hinzu kommen einzelne Plattfischfänger. Weitere Förderrunden sollen folgen – und könnten den Wandel entlang der Nordseeküste weiter beschleunigen.