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Berlin – Was Sie hier sehen, kennen bislang nur ganz wenige Auserwählte – und BILD. Es ist Berlins geheimer Olympiaplan. Die Hauptstadt, die mit den Ringen spielt.

Auch der Schaft des Berliner Fernsehturms wird beringt. Aus markenrechtlichen Gründen auf der Grafik vorerst aber nur mit vier statt fünf Olympischen Ringen

Auch der Schaft (253 Meter Stahlbeton) des Berliner Fernsehturms wird beringt. Aus markenrechtlichen Gründen auf der Grafik vorerst aber nur mit vier statt fünf olympischen Ringen

Foto: Kulturprojekte Berlin

Deutschland will die Sommerspiele – in 10, 14 oder 18 Jahren. Positive Referenden in München, in den beteiligten NRW-Städten und auch deutliche 60 Prozent bei der Berlin-Umfrage zeigen bereits die Zustimmung in den konkurrierenden Regionen. Hamburg votiert Ende des Monats. Offizieller Startschuss des nationalen Vierkampfs: Bis zum 4. Juni um 23.59 Uhr müssen die Bewerber ihre Unterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) online hochladen.

Wie beim Hula Hopp: Auch die 30 Meter hohen Molecule Men in der Berliner Spree tragen Ringe

Wie beim Hula-Hoop: Auch die 30 Meter hohen „Molecule Men“ in der Berliner Spree tragen Ringe

Foto: Kulturprojekte Berlin

Sport allein reicht nicht

Die sportlichen Konzepte liegen vor. Aber spätestens seit den atemberaubenden Spielen in Paris 2024 ist allen in Deutschland klar: Das allein reicht nicht! Zentrum für die sportlichen Wettkämpfe in der Hauptstadt wäre das Olympiastadion, das Berlin schon hat. Aber wo schießen die Touristen sonst ihre Fotos? Die Idee, die Sportsenatorin Iris Spranger (64, SPD) und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) am Dienstag präsentieren wollen: AUF dem Brandenburger Tor, dem weltweiten Symbol der Freiheit! Man spaziert über eine Brücke Auge in Auge mit den kupfernen Pferden der Quadriga. Ziel: ein Gänsehaut-Moment.

Eine Zuschauerpyramide ist am Rande des Tempelhofer Feldes geplant. Auf der großen Freifläche (größer als das Fürstentum Monaco) soll auch die Eröffnungsfeier stattfinden

Eine Zuschauerpyramide ist am Rande des Tempelhofer Feldes geplant. Auf der großen Freifläche (größer als das Fürstentum Monaco) soll auch die Eröffnungsfeier stattfinden

Foto: Kulturprojekte Berlin

Berlin beringt sich

Überdimensionale Olympia-Ringe in Blau, Schwarz, Rot, Gelb, Grün sollen überall in der Stadt zu sehen sein: am Flughafen BER, an U-Bahn-Linien, um Brücken und auf dem Wasser. Und, schon von Weitem sichtbar, um den Fernsehturm. Sie vereinen die Kontinente Europa, Afrika, Amerika, Asien und Australien. Eine Hauptstadt der Ringe. „Olympische Spiele bedeuten 10 Jahre Vorbereitung, 30 Tage den Sport feiern, und die Folgen müssen 20 Jahre nachwirken“, rechnet Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gern vor.

Der goldgelb eingefärbte Olympische Weg verbindet Olympiastadion und Brandenburger Tor und umrundet dabei die Siegessäule mitten im Großen Tiergarten

Der goldgelb eingefärbte Olympische Weg verbindet Olympiastadion und Brandenburger Tor und umrundet dabei die Siegessäule mitten im Großen Tiergarten

Foto: Kulturprojekte Berlin

Eröffnungsfeier in Tempelhof

Die Eröffnungsfeier soll auf dem Tempelhofer Feld neben dem stillgelegten Zentralflughafen stattfinden. Dem Ort, der Berlin vor mehr als 100 Jahren erstmals mit der Welt verbunden hat und im Kalten Krieg die Brücke in die Freiheit war. Hier ist Platz für die Sportfans aus aller Welt. Der Clou: eine Zuschauerpyramide in der Farbe der Goldmedaillen. So soll auch der rund 20 Kilometer lange Olympische Weg mitten durch die Hauptstadt eingefärbt werden, der Olympiastadion und Brandenburger Tor verbindet.

Riesige Ringe auch in dieser Animation um eine Brücke vor dem Berliner Dom

Riesige Ringe auch in dieser Animation um eine Brücke vor dem Berliner Dom

Foto: Kulturprojekte Berlin

Selbst der Flughafen BER soll im Zeichen der Ringe stehen

Selbst der Flughafen BER soll im Zeichen der Ringe stehen

Foto: Kulturprojekte Berlin

Berlins 250-seitige Bewerbung enthält Finanzierung, ein Olympisches Dorf für 16.000 Athleten und Offizielle sowie Austragungsstätten für 58 Sportarten inklusive der Paralympics. Wettkämpfe im erweiterten Berlin-Konzept sollen auch im Umland, in Leipzig und Mecklenburg-Vorpommern (Segelrevier in Rostock-Warnemünde) stattfinden. Wer als Erster im deutschlandweiten Wettkampf einläuft, entscheidet der DOSB am 26. September. Für welches Jahr beim Internationalen Olympischen Kommitee (IOC) eine deutsche Bewerbung eingereicht wird – 2036, 2040 oder 2044 –, ist noch offen. Und ob Deutschland wirklich die Spiele ausrichten darf, natürlich auch.

Olympiatraum: Ein Zug fährt auf der Hochbahnstrecke mitten durch die Ringe (hier am Gleisdreieck)

Olympiatraum: Ein Zug fährt auf der Hochbahnstrecke mitten durch die Ringe (hier am Gleisdreieck)

Foto: Kulturprojekte Berlin

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