Auf der Suche nach einem Ausweichquartier für das Schloss Bellevue geht der Blick des Bundespräsidenten nach Reinickendorf. Frank-Walter Steinmeier wird vorübergehend für repräsentative Termine die Villa Borsig, das Gästehaus des Auswärtigen Amts, mitnutzen. Dort wird er zum Beispiel am 18. Mai den Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah, zu einem Gespräch empfangen. Die Villa liegt am Tegeler See im Nordwestteil Berlins. Dort trifft sich inzwischen auch die Bundesregierung, etwa für Koalitionsberatungen, nachdem sie sich dazu entschieden hat, Schloss Meseberg als offizielles Gästehaus aufzugeben.

Das Schloss Bellevue in Berlin-Moabit wird bald saniert.

Das Schloss Bellevue in Berlin-Moabit wird bald saniert.
© dpa/ZB | Soeren Stache

Steinmeier will die Villa Borsig aber nur übergangsweise nutzen – bis er im Sommer sein Ausweichquartier für das Schloss Bellevue bezogen hat. Aus dem Schloss muss er ausziehen, weil dieses und das dazugehörende Bundespräsidialamt von Grund auf saniert werden. 

Repräsentative Termine später in Steinmeiers Ausweichquartier

Die Fertigstellung des zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof gelegenen Ausweichgebäudes verzögert sich aber. Dort werde es jedoch später auch große und schöne Säle für repräsentative Anlässe wie die Begrüßung ausländischer Gäste oder das Ausrichten von Staatsbanketten geben, heißt es aus dem Bundespräsidialamt.

Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender stehen vor dem Schloss Bellevue

Aus Sicht des Sultans von Brunei dürfte die Villa Borsig ein ziemlich bescheidener Bau sein. Denn das kleine Sultanat auf der Insel Borneo ist bekannt für große Öl- und Gasvorkommen und gilt als eines der reichsten Länder der Erde. Es ist eine absolute Monarchie mit strengem islamischem Recht – mehr als 80 Prozent der Bevölkerung von knapp 470.000 Menschen sind Muslime. Der Sultan übt seit Jahrzehnten uneingeschränkte Macht aus.

In der Villa Borsig tagten zuletzt die Koalitionsspitzen

Merz und Klingbeil

In der Villa Borsig hatten sich zuletzt im April die Spitzen der Koalition von CDU, CSU und SPD getroffen und bis in die Nacht über die Energiepreiskrise und anstehende Reformprojekte beraten. Dabei kam es auch zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD). Wenn Steinmeier die Villa nutzt, sind solche Turbulenzen nicht zu erwarten.