Der Aufwärtstrend des TV Korschenbroich hält an. Mit dem 37:35-Erfolg über den TSV Bonn baute der TVK seine Serie auf 9:1-Punkte aus und kletterte zugleich auf den zweiten Tabellenplatz.

Die Gastgeber aus Korschenbroich erwischten allerdings einen miserablen Start und lagen schnell mit 1:5 zurück. „Die Deckung hat bei uns heute nicht so gut funktioniert“, ärgerte sich TVK-Trainer Frank Berblinger. „Wir waren einfach viel zu passiv und standen zu defensiv. So kam Bonn mit einfachen Durchbrüchen immer wieder zum Erfolg.“

Zwar gelang es dem TVK zwischenzeitlich, auf 8:9 zu verkürzen, ehe die Mannschaft wieder in alte Muster verfiel und vier Tore in Folge kassierte.

Nach dem Seitenwechsel änderte Berblinger seine Abwehrformation und stellte auf eine 5:1-Deckung um. Auch wenn noch nicht alles funktionierte, lief es deutlich besser. Die Aggressivität war wieder da, die Gegenspieler wurden früh attackiert und der Ball vom Kreis ferngehalten, woraus sich immer wieder Ballgewinne ergaben.

War die Abwehr an diesem Tag das Sorgenkind, lief es im Angriff richtig gut. „Es ist in dieser Saison das erste Mal, dass wir ein Spiel durch unsere wirklich starke Angriffsleistung gewonnen haben“, sagte Berblinger.

Großen Anteil daran hatte Regisseur Jan König, der nicht nur ein gutes Auge für seine besser postierten Mitspieler bewies, sondern auch selbst viel Torgefahr ausstrahlte. „Jan kommt immer besser ins Spiel“, sagte Berblinger. „Er trifft gute Entscheidungen und hat selbst Abschlüsse gesucht. Das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern wird von Woche zu Woche besser.“

Es war aber nicht nur König: Der gesamte Angriff hatte stets die passende Antwort, unabhängig davon, ob Bonn in einer 5:1- oder 4:2-Deckung verteidigte. Die sich bietenden Lücken nutzte der TVK konsequent. Stand der Gegner defensiver, überzeugten die Gastgeber zudem mit Würfen aus der zweiten Reihe. So setzte sich Korschenbroich in der Crunchtime ab und fuhr einen letztlich sicheren Sieg ein.

Die Torschützen des TV Korschenbroich: Zimmermann (9/1), König (8), Franz (7), Krantzen (6), Hartz (5) und Eugler (2).

Dank einer herausragenden Vorstellung hat Borussia Mönchengladbach hingegen einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Gegen den bisherigen Tabellenvierten und Mitaufsteiger HSG am Hallo Essen gab es am Samstag einen überraschend deutlichen 39:30-Erfolg.

Der Sieg war umso wichtiger, weil Konkurrent Aachen ebenfalls überraschend mit 31:29 in Aldekerk gewann und in der Tabelle damit weiter einen Punkt vor der Borussia liegt. Günstig aus Gladbacher Sicht war dagegen die 29:31-Niederlage von Nümbrecht gegen Gelpe. Bei noch zwei ausstehenden Spielen kann Mönchengladbach den Klassenerhalt am kommenden Wochenende endgültig perfekt machen – vorausgesetzt, das Team gewinnt das Derby gegen den TV Korschenbroich.

Da Aachen und Nümbrecht im Kellerduell aufeinandertreffen, könnte eines der beiden Teams die Borussia dann nicht mehr einholen. Zudem hat die Mannschaft von Ronny Rogawska im Vergleich zu Aachen den besseren direkten Vergleich.

Gegen Essen war die Partie im ersten Durchgang vom Ergebnis her noch recht ausgeglichen. Die Hausherren stellten eine starke Deckung, auch die Zusammenarbeit mit Torhüter Jonah Erkes funktionierte bestens. Zudem wusste Borussia im Angriff zu überzeugen: Immer wieder erspielte sich die Mannschaft gute Chancen, ließ zunächst aber zu viele davon ungenutzt.

„Wir waren eigentlich die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft“, sagte Mönchengladbachs Trainer Ronny Rogawska. „Allerdings haben wir in der ersten Halbzeit acht oder neun richtig gute Möglichkeiten liegen gelassen.“

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Aus der kompakten Abwehr heraus schaltete Borussia immer wieder schnell um und erzielte so einige der sogenannten einfachen Tore über das Tempospiel.

Die einzige unschöne Szene der Partie ereignete sich in der 38. Minute. Niklas Berner setzte sich im Angriff durch und wurde dann von hinten am Wurfarm gezogen, wobei er sich an der Schulter verletzte. Für dieses grobe Foul sah Essens Marijan Baric die Rote Karte.

Die Gladbacher ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und feierten am Ende einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg.

„Das war eine richtig tolle Vorstellung der gesamten Mannschaft, die sich absolut an den Matchplan gehalten hat“, sagte Rogawska und fügte an: „In der zweiten Halbzeit haben wir uns kaum noch Fehlwürfe geleistet, und technische Fehler waren praktisch nicht mehr da. Am Ende gab es sogar stehende Ovationen vom Publikum, was ich hier bisher auch nur sehr selten gesehen habe.“

Die Torschützen von Borussia Mönchengladbach: Weisz (11/6), Lipok (5), Berner, Nix (je 4), Weis (4/1), Roth, Bremges (je 3), Jennes, Herholz (je 2) und Markovic.