Die kreativste Offensivaktion des Spiels kam nicht von den Spielern, sondern von den Rängen. Ein Wal wurde durch die Nordwestkurve getragen, an der Flosse ein Kreuz – eine Anspielung auf den Buckelwal Timmy und eine symbolische Kampfansage an den HSV. Doch vergeblich: Der Wal schwimmt inzwischen wieder in der Nordsee, auf dem Platz ließen die Frankfurter Inspiration vermissen.

Die sportliche Enttäuschung fügt sich in ein ohnehin angespanntes Umfeld. Riera hatte vor der Partie Diskussionen ausgelöst, als er Medienberichte über einen angeblichen Konflikt mit Nationalspieler Jonathan Burkardt in einer Wutrede scharf zurückwies. Er sprach von „totalem Bullshit“ und holte zu einer deutlichen Medienschelte aus: „Etwas zu schreiben, ist euer Job, aber ich akzeptiere keine Lügen. Ich bin keine Marionette. Ich bin Trainer. Ich verlange Respekt. Die Fans verdienen, die Wahrheit zu hören.“

Intern soll das Thema demnach nicht direkt zwischen Trainer und Spieler kommuniziert worden sein. „Wenn der Burkardt keinen fitten Eindruck macht, dann soll er ihm das sagen. Du hast 25 Spieler und musst mit den Leuten reden, dass alle das Gefühl haben, dass ehrlich mit ihnen umgegangen wird“, kritisierte Sky-Experte Dietmar Hamann.

Die Profis selbst erklärten, dass die Schlagzeilen um Riera keine Rolle spielen würden. Natürlich bekomme man die Unruhen „über die sozialen Medien mit“, sagte Koch dem Streamingdienst DAZN und erklärte: „Wir müssen schauen, dass wir die Dinge außen herum ausblenden.“ Ob mit oder ohne Riera – das bleibt erst einmal offen.