Den Austausch mit der Presse vor Ort hatten die Fortuna-Spieler und -Verantwortlichen schon hinter sich gebracht, als Miron Muslic über die Stadionlautsprecher zu hören war: Auf dem Platz hielt der Schalke-Trainer mitten in den Aufstiegsfeierlichkeiten eine Rede, war dabei sichtbar emotional. Für den gebürtigen Bosnier war es eine lange Nacht. Das lag natürlich auch an der Party, die im Anschluss an den 1:0-Sieg der Schalker gegen Düsseldorf folgte, aber auch an den Medienaktivitäten, die für ihn noch auf dem Plan standen. So gab es – anders als gewohnt – eine Pressekonferenz nur mit dem Schalke-Trainer, weil eben die Hausherren im Vergleich zu den Düsseldorfern erst so viel später den Platz verließen.
Alexander Ende saß diesmal nicht neben seinem Trainerkollegen, als der seine erste Einschätzung zum Spiel gab. Dennoch ging es dabei in erster Linie um Fortuna – für einen kurzen Augenblick war der Schalker Aufstieg mal zweitrangig. Ein Umstand, der im Rahmen der Partie eine absolute Seltenheit war. Schon in den Tagen zuvor wurde deutlich, dass der mediale Fokus und die Aufmerksamkeit der Fans zu großen Teilen darauf lag, ob S04 der finale Schritt zum Aufstieg ins Oberhaus gelingen würde.
Muslic, in der laufenden Saison immer wieder als ausgezeichneter Kommunikator aufgefallen, war es aber offenbar ein Anliegen, Fortuna auch in den Augenblicken des Schalker Triumphes nicht zu vergessen. Wieso ihm das Wohl des Vereins am Herzen liegt, erklärte er gleich selbst: „Ich lebe in Düsseldorf, ich fühle mich in Düsseldorf wohl, die Menschen sind gut zu mir. Deswegen drücke ich Fortuna die Daumen.“
Muslic würde sich über Fortuna-Klassenerhalt freuen
Der Schalker Trainer hob ebenfalls „zwei, drei“ Szenen heraus, in denen sich Fortuna sehenswert in den Strafraum des Tabellenführers gespielt habe. Da fehlte allerdings die nötige Kaltschnäuzigkeit. „Dass es ein toughes Spiel wird, war klar. Fortuna hat mit dem 3:1 gegen Dresden gezeigt, dass sie absolut noch intakt und gefährlich sind – und den Abstiegskampf total annehmen“, erklärte Muslic und schloss damit seine kurze Fortuna-Analyse ab.
Der Aufstiegstrainer glaubt also noch an den Verein aus seiner Wahlheimat. Kurz nach diesen Worten hatte Muslic dann aber andere Sorgen – es gab die – mittlerweile im Profifußball obligatorisch erscheinende – Bierdusche für den Trainer eines Aufsteigers oder Meisters durch die Spieler, die den Pressekonferenz-Raum in der Arena stürmten. Da hatte der 43-Jährige aber schon die Zeit gefunden, einige aufbauende Worte Richtung Düsseldorf zu senden.